Ein Blick aus Abbas Wohnzimmerfenster

Kennst Du jene Begrüßung:
„Herzlich willkommen im Vaterhaus der Liebe Gottes!“?

Es kann sein, dass Du diese Worte schon x-mal gehört hast. Und zwar von Leuten, die Gott als ihren liebenden Abba-Papa kennen gelernt haben. Die Liebe des Vaters im Himmel ist für solche Menschen geradezu ein neues Zuhause geworden. Ein neuer Lebensraum. Eine neue Adresse. Eine neue Heimat. So, wie wenn man einen neuen Wohnsitz beziehen würde.

Das Vaterhaus der Liebe Gottes muss ein sehr, sehr großes Haus sein – denn Gott ist ja auch sehr, sehr groß. Wenn ER, der Allmächtige und Ewige, da hineinpassen soll und dort sogar thront und wohnt, dann muss es tatsächlich unendlich viel Platz darin geben. Außerdem haben auch noch in diesem Vaterhaus der Liebe alle Kinder Gottes ihren persönlichen Lebensraum. Wenn schon das sichtbare Universum, mit unzähligen Galaxien und Clustern von Sternenhaufen, unvorstellbar gigantisch groß und fortwährend am Expandieren ist, wie mag dann wohl Abbas Vaterhaus aussehen?!  

Doch trotz aller imposanter Größe – kein Bauwerk dieser Welt käme ihm jemals gleich – ist das Vaterhaus der Liebe Gottes ein wunderbarer Ort vertrauter Geborgenheit. Ich kenne keinen Ort, an dem ich lieber wäre, als nur dort zu sein. Die gewaltigen Ausmaße an Größe erschlagen mich nicht. Es ist zwar unmöglich für mich in irgendeiner Weise einen Überblick über die ganze Weite, Tiefe, Höhe, Länge, – über alle Dimensionen und Ebenen dieses Hauses zu haben. Aber das brauche ich auch gar nicht. Solange ich nur weiß, dass Abba-Papa Zuhause ist. Solange mein Immanuel bei mir ist. Dann weiß ich, dann ist alles gut!

Der Vater selbst ist das Licht in diesem Haus. ER ist das absolute Zentrum. Von IHM geht alles pulsierende Leben aus. SEINE Gegenwart schmückt jeden Raum. SEINE Herrlichkeit und Schönheit durchfluten alle Gänge und Säle. Gnade und Güte sind wie die Luft zum Atmen an diesem Ort. SEINE Freundlichkeit und Barmherzigkeit erzeugen überall die lebensspendende Wärme und nötige Raumtemperatur. Alles riecht, schmeckt, sieht danach aus, hörst sich so an, fühlt sich wie… beim himmlischen Papa Zuhause sein.

Und dennoch gibt es Kinder Gottes, die wollen einfach nicht hereinkommen. Sie spielen weiterhin draußen vor der Tür die alten Macht-Spielchen der Waisenkinder:
Wer ist der Größte? Wer ist der Beste? Wer hat das Meiste?
– so als ob sie den Ruf von Abba nicht gehört hätten. Sie sehen, dass die Tür zum Vaterhaus Gottes sperrangelweit offensteht. Deutlich erkennen sie die Lichtstahlen, die aus dem Haus hervorleuchten und die Dunkelheit der Nacht erhellen. Sie spüren sogar die wohltuende Wärme des knisternden Feuers, das bereits drinnen brennt. Und trotzdem kommen sie nicht näher und gehen auch keinen Schritt hinein!
Kannst Du Dir das vorstellen?!

Ja, das gibt es leider wirklich! Ich kenne das sogar aus eigener Erfahrung.
Wir sind fast schon Zuhause angekommen, stehen bereits mit einem Fuß auf der Schwelle, und können doch weiterhin draußen vor der Tür unser Dasein fristen.
Es gibt einen himmelweiten Unterschied: sind wir beim Vaterhaus oder im Vaterhaus?! Wir können uns ganz nahe beim Vaterhaus der Liebe Gottes aufhalten, aber ohne, dass es uns tiefer hineinzieht. Wir genießen die Atmosphäre, die das Vaterhaus umgibt mit Musik, Farben, Düften, Wärme und Lichter. Aber wir nehmen nicht wirklich Wohnung. Wir ziehen nicht real ein. Wir verlagern nicht unseren Lebensmittelpunkt dorthin. Wir verlassen nicht Altes, um das Neue einzunehmen.

Oder? – Oder wir leben drinnen im Vaterhaus der Liebe! Wir laufen hinein in die offenen Arme SEINER Vaterliebe. Wir erwählen SEINE Nähe zu unserer konstanten Heimat. Dann wird dies Bild und geistliche Gleichnis vom Vaterhaus zu einer Wirklichkeit, die unseren Alltag erfüllt und vollständig umprägt. Wer drinnen beim Vater einzieht und Wohnung nimmt, der lebt auf; der fängt an zu erahnen, wie Gott SICH Leben überhaupt vorgestellt hat.

Das Leben drinnen mag anfangs für uns noch sehr ungewohnt sein. Mit dem himmlischen Vater zu kuscheln oder Ewigkeiten lang mit IHM zu plaudern. IHM alle Fragen der Welt stellen zu dürfen. IHM in der Werkstatt des Lebens bei der Arbeit zu zusehen. SEINEN Herzschlag zu hören und mitempfinden zu dürfen, wie es IHM persönlich bei all dem Schrecklichem ergeht, was in der Welt geschehen kann.  Ja, hier drinnen ist uns SEINE Sicht der Dinge so viel näher. Da sind die Meinungen der anderen Kindsköpfe, und seien sie dreimal klug, gar nicht so beeindruckend!

Es lohnt sich, aus Abbas Wohnzimmerfenster einen Blick auf die Welt zu werfen. Hier drinnen erfahren unsere Herzen mehr Wahrheit und Weisheit, als alle Nachrichtensendungen, sozialen Medien und kompetenten Meinungen der Welt uns jemals anbieten könnten. Aus Abbas himmlischer Perspektive sehen die Dinge der Welt vollkommen anders aus. Nicht religiös, rechthaberisch, parteiisch; auch nicht rebellisch oder populistisch – sondern göttlich, einfach himmlisch und Papa-mäßig!

Ich habe Abbas Einladung gehört und nehme sie gerne an. Genau jetzt in dieser dunklen Zeit von Irrungen und Verwirrungen. Gerade jetzt will ich mich im Vaterhaus der Liebe Gottes bergen und bei IHM bleiben. Ich will auf Papas Schoß sitzen, ganz nahe an SEINEM Herzen. Ich will aus Abbas Wohnzimmer einen Blick auf die Welt werfen und in SEINEN Schalom leben. Und so erfüllt, will ich dann gerne wieder andere Menschenkinder damit anstecken: mit Gottes Trost, Herzensfrieden und neuer Hoffnung!

Matthias Hoffmann
November 2020

DER BÖSE BLICK

Weißt Du eigentlich, wie es damals dazu kam, dass die Menschen auf der ganzen Welt, sich nicht mehr einander in die Augen sehen wollten?! – Nein?!

Ja, so ist das mit uns Menschenkindern! Wir machen manchmal dumme Sachen, von denen wir später nicht mehr wissen, warum, wieso und weshalb. Deshalb braucht es uns, die Alten, die von den längst vergangenen Zeiten erzählen können, die es lange zuvor einmal gegeben hat und wo das Leben auch ganz anders aussehen konnte – ohne, dass uns gleich der Himmel auf den Kopf gefallen wäre. Aber nun alles der Reihe nach… Ich will Euch gern die Geschichte erzählen…

Wie gesagt, vor langer Zeit kam auf der Welt ein Gerücht auf. Zunächst behaupteten es nur ein paar wenige Leute. Aber, weil diese als Weise und Gelehrte großes Ansehen besaßen, sprach man bald überall davon. Wohlmöglich hatten die ja Recht. Vielleicht wussten sie mehr als die anderen. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Kunde.Du fragst: was war denn nun jenes Gerücht?!

Damals begann jene schlimme Krankheit, die uns Menschenkinder bis heute so sehr quält – und keiner wusste so recht, wie sie zu heilen sei. Bis die Weisen und Gelehrten kamen und mit lauter, fester Stimme behaupteten: Sie hätten den wahren Grund für diese Krankheit herausgefunden. Es läge am bösen Blick! Jeder, der einem anderen zu fest in die Augen schaue, verbreite dadurch den bösen Blick. Und dieser böse Blick mache die Menschen krank und stehle ihnen die Lebenskraft. Deshalb sei künftig jeder Augenkontakt zu vermeiden! Nur so könne man die Menschheit noch retten!

Tja, und weil man den Weisen und Gelehrten vertraute, wurde genau getan, was sie von den Leuten forderten. Das war also der Beginn jener Zeit, wo weltweit die Menschen ihren Blick senkten, wenn sie einander begegneten.

Anfangs gab es an manchen Orten zwar noch Widerstand. Hier einige wenige Liebespaare, die nicht darauf verzichten wollten, einander tief in die Augen zu schauen. Dort ein paar Eltern, die mit ihren Blicken ihre Kinder lenken und leiten wollten. Aber der Druck der Mehrheit ließ keinen Widerspruch zu. Nein, nur durch gehorsames Wegschauen könne man den Fluch des bösen Blickes brechen und so die schlimme Krankheit abwenden.

Seitdem sind viele Jahre vergangen. Der Umgang der Menschen unter einander ist ein gänzlich anderer geworden. Auf jeden Fall kein besserer. Die Blicke der Leute ruhen jetzt nur noch auf Besitztümern, auf vergänglichen Sachen und auf dem Werk der eigenen Hände. Täglich hört man allerorten, welch eine Rettung es der Menschheit gebracht habe, dass wir einander nicht mehr justament in die Augen schauen. Zwar würden immer noch Menschen an der schlimmen Krankheit sterben, aber weitaus weniger als vorher. Deshalb bliebe das Wegschauen der einzig richtige Ausweg.

Es sei meinem Alter geschuldet. Aber ich hatte nun schon so viele Jahre mit gesenkten Augenlidern gelebt. Da war ich es leid geworden. Eines Tages hob ich meine Augen und sah mir die Menschen wieder an. So musste ich feststellen: Nein, das Wegschauen und einander aus dem Weg gehen, das hat uns nicht die Erlösung gebracht. Das hat die Menschen nur noch einsamer und innerlich kränker gemacht. Aber, weil wir einander ja nicht ansehen dürfen, bleibt die große innere Leere und Einsamkeit vor den Augen der meisten verborgen.

Ja, ich habe meine Augen wieder weit geöffnet!Und ich habe dabei festgestellt, es gibt da draußen noch viel mehr Augen-auf-Menschen, so wie mich. Unsere Blicke haben einander gesucht, gefunden und sind uns begegnet. Wir haben nicht mehr länger wegsehen wollen, sondern unsere Augen sprechen jetzt wieder mit einander. Unsere Blicke ruhen neu ineinander. Das tut so unendlich gut. Eine Augenweide für Hingucker.

Liebe Leute, ich kann nur sagen, dass mit dem bösen Blick ist einfach nicht wahr. Zwar weiß ich auch nicht genau, wie jene schlimme Krankheit daherkommt und völlig zu heilen sei, aber Wegschauen ist gewisslich nicht die Lösung – das weiß ich nun!

Es werden immer mehr, denen auch die Augen aufgehen und die neu zu sehen anfangen. Wohlmöglich werden sich auch unsere Blicke bald begegnen – dann schenk mir bitte Deinen guten Blick… und schau mir in die Augen, Kleines 😊!


Matthias Hoffmann
November 2020

Die große Suche

Dies ist die Geschichte von der großen Suche.
Sie erzählt von einer Zeit, lange vor unserer – als diese Welt noch jung war.

Eines Tages befiel die Menschheit eine böse Krankheit.
Niemand hatte sie kommen sehen. Sie schlich sich geradezu unsichtbar durch die Hintertür bei Dunkelheit herein. Schon bald gab es mehr oder weniger in fast jedem Stamm, jeder Sippe und jeder Familie jemanden, der daran erkrankt war. Wen diese Seuche packte, dem verschlug es kurz darauf den Atem. Die Krankheit schnürte die Kehlen zu, machte Lungen und Herzen schwer wie Blei; ja, sie raubte alle Lebenskraft.

Als die ersten Menschen daran verstarben, begann die große Suche.
Könige und Mächtige der Völker kamen zusammen und berieten lange mit einander. Schließlich kamen sie überein, dass sie alle ihre Weisen und Gelehrten, Druiden und Alchemisten zusammenrufen würden, um ihnen den Auftrag zu erteilen, ein Heilmittel gegen diese schreckliche Pein zu finden.

Gesagt, getan…und so begann die große Suche.
Überall – von den hohen schneebedeckten Bergen bis zu den dunklen Tälern, vom endlos weiten Meer bis zu den undurchdringlichen Wäldern – überall suchten und suchten die Forscher und Weisen nach einem Allheilmittel, nach Ausweg und Rettung für die geplagte Menschheit. Aber so sehr sich auch die klügsten Köpfe abmühten, sie fanden keine wirksame Medizin, die diese verheerende Plage zu heilen vermochte.

So traurig und hoffnungslos wäre es fast geblieben, wenn nicht jener einfache Hirtenbursche damals vorbeigekommen wäre.
Zuerst wollte man ihn gar nicht durchlassen. Wer war denn er?! Wer sollte schon auf einen Hirten hören, wenn es um die Rettung der Welt geht?! Was weiß der denn von Heilkräften und Naturgesetzen?
Aber da selbst den bedeutendsten Gelehrten keine Antwort mehr einfiel, war man schließlich geneigt dem Jüngling zuzuhören.

Der Hirte sagte:
„Meine sehr verehrten und mächtige Herren…danke, dass Ihr bereit seid den Worten eines einfachen Hirten Gehör zu schenken. Hier in dieser Flasche habe ich die passende Medizin um jene hässliche Seuche zu beenden, die die Menschheit befallen hat und so bitterlich quält!“
Ein ungläubiges Raunen ging durch die Menge der hilflosen Weisen und ohnmächtigen Mächtigen. Sie wollten allzu gerne wissen, woher der Hirte denn sein Wissen habe und ob alles mit rechten Dingen zuginge.
„O ja; meine Herren! Ich habe hier die Medizin, die all meine Schafe gesund gemacht hat – egal welche Krankheit und Seuche meine Herde befiel. Nun habe ich die feste Zuversicht gewonnen, dass dieses Elixier auch alle Menschen von jener bösen Krankheit zu heilen vermag!“

Fast wäre die ganze Versammlung in einem Tumult und Wirrwarr an Meinungen und Empörungen untergegangen. Aber, weil niemand sonst eine andere Lösung gefunden hatte, war man schlussendlich doch bereit, zwar mehr widerwillig als überzeugt, jene Medizin eines Schaf-Hirten an einigen schwer Erkrankten auszuprobieren.

Und was soll ich sagen?!
Schon kurze Zeit später wurde es so viel besser mit diesen Leuten – bis sie sogar wieder ganz gesundeten. Die gute Nachricht sprach sich schnell herum und alle wollten nun die Medizin des Hirten haben.

Die Weisen fragten neugierig:
„Erzähle uns, guter Mann, was ist das Geheimnis der Rezeptur deines Wundertrankes?!“
Der Hirte antwortete:
„Da habt ihr recht gesprochen. Es ist wahrlich ein Wundertrank – aber anders, als ihr vielleicht denken mögt. In meiner Flasche ist nur reines Wasser. Wasser, wie ihr es aus jedem Brunnen oder Fluss schöpfen könnt.“

Die Gelehrten und Mächtigen erschraken und blickten hilflos drein.
„Aber wie konnten dann die Kranken gesunden?“ fragten sie sich untereinander.
Der Hirte erhob seine Stimme laut über alles fragende Gemurmel:
„Nicht das Wasser brachte das Wunder der Heilung. Ich habe gelernt dem großen Hirten, dem Schöpfer der Welt, zu vertrauen. ER, der Unsichtbare, ist der Mächtigste; ER ist der wahre Heiler und der alleinige Wundertäter. Aber, so wie kein Mensch ohne Wasser zu leben vermag, so können auch wir nicht ohne IHN leben. ER allein ist unsere Hoffnung und Medizin.“

Als das, die Menschen hörten, berührte es tief ihre Herzen. Sie schenkten den schlichten Worten des Burschen ihr Vertrauen – oder besser gesagt: sie vertrauten ebenfalls jenem unsichtbaren mächtigen großen Hirten, der hinter ihm stand und von dem alles Leben kommt.
So endete damals die große Suche.
Die Leute vertrieben jene böse Krankheitsmacht durch ihr Vertrauen in den guten, unsichtbaren Hirten der Menschheit.
Man kam überein: So sollte es auch für alle Zeiten fortan bleiben!

Viele Jahre sind seitdem vergangen. Unzählige Plagen und Nöte haben die Menschheit seither heimgesucht. Leider haben wir Menschen den großen Hirten wieder aus unseren Augen und aus unserem Herzen verloren.

Deshalb begeben wir uns jedes Mal neu: auf die große Suche.
Wird uns wohl auch diesmal ein Hirte den Ausweg zeigen?!

Matthias Hoffmann
Oktober 2020

GEBOREN FÜR EINE ZEIT WIE DIESE…

Noah…geboren für eine Zeit, wo die Sünde überhandnahm

Abraham…geboren für eine Zeit, als die meisten Menschen nicht mehr an Gott glaubten

Josef… geboren für eine Zeit, in der die eigenen Brüder ihn umbringen wollten

Moses…geboren für eine Zeit, in der Israel in Ägypten versklavt und unterdrückt lebte

Josua… geboren in einer Zeit, als das verheißene Land Kanaan voller Feinde war

David … geboren in einer Zeit, als Israel uneins und zerstritten war

Jona… geboren in einer Zeit, als gottlose Nationen, wie Ninive, die Welt beherrschten

Jesaja… geboren in einer Zeit, als kriegerische Völker, wie Assur, aufstanden, um Israel zu unterdrücken

Daniel und seine drei Freunde im Feuerofen… geboren für eine Zeit, in der man versuchte Israel auszuradieren und ins Exil nach Babylon verschleppte

Ester … geboren für eine Zeit, um ihr Volk vor dem ersten Holocaust zu bewahren

Petrus und Johannes… geboren für eine Zeit, in der die ersten Christenverfolgungen begannen

Johannes der Täufer… geboren für eine Zeit, als das Römische Joch erdrückend hart auf dem Volk Gottes lag

Jesus von Nazareth …geboren für eine Zeit, als sich das Römische Imperium auf dem Höhepunkt seiner Macht wähnte

Stephanus und Paulus … geboren für eine Zeit, um als Märtyrer und Blutszeuge für das Evangelium Christi einzustehen

Die alten Kirchenväter … geboren für eine Zeit, in der die verfolgte junge Gemeinde Jesu zu einer verfolgenden Machtorganisation pervertierte

Die Reformatoren – wie John Wycliff, Johann Hus, Martin Luther – geboren für eine Zeit, in der nach tausend Jahren finsterem Mittelalter das helle Licht des Evangeliums wieder neu auf zu strahlen begann

Die Pietisten – wie Speener, Zinzendorf, Bach, Tersteegen – geboren für eine Zeit, als der aufklärerische, liberale Zeitgeist, wie ein Krebsgeschwür, zerstörend um sich fraß

Bekennende Christen weltweit – wie Bonhoeffer, unsere Glaubensgeschwister in der chinesischen Untergrundkirche – geboren für eine Zeit, in der dämonische Geistesmächte eine ganze Welt vernichten wollten

Hoffnungsträger – wie Billy Graham, Reinhard Bonnke, Mutter Theresa, John Wimber – geboren für eine Zeit, in der sich die Menschheit nach zwei verheerenden Weltkriegen neu aufstellen und sortieren lernte

Und Wir … Leute wie Du und ich heute, geboren für eine Zeit wie diese… mitten in Globalisierung, Digitalisierung, Terrorgefahr, Umweltzerstörung, Migrations-Völkerwanderung und was sonst noch täglich auf uns einstürmen mag…

Jesus Christus sagt: Ich lebe und ihr sollt auch leben!  ICH bin das Licht der Welt und ihr seid das Licht der Welt!

Matthias Hoffmann
Oktober 2020

Der Mantel

-M. Hoffmanns Geschichten-Erzählung-

Sie sind schon einen sehr langen Weg mit einander gegangen. Hanna und Simeon. Seit über dreißig Jahren mit einander verheiratet. Meistens glücklich, oftmals aber auch herausgefordert durch die Andersartigkeit des Partners. Was haben sie nicht alles schon mit einander erlebt, durchlebt und überlebt?! Dankbar können sie auf so viele Wundergeschichten ihrer Liebe zurückblicken.

Gott hat ihnen Kinder und Enkel geschenkt. Sie besitzen gute Freunde in nah und fern. Sie leben gesund und glücklich in einem wunderschönen, gemütlichen Haus mit Garten.  Ihnen fehlt es wahrlich an nichts.

Das größte Abenteuer ihres Lebens begann aber damit, dass die Beiden vor etlichen Jahren auf einem ungewöhnlichen Basar einen ganz besonderen Fund machten:
Es war jener geheimnisvolle rote Samtmantel, der ihnen damals in die Hände fiel. Fast hätten sie ihn übersehen. Fast hätten sie ihn achtlos bei Seite geschoben. Sie hielten ihn nur für ein belangloses Stück Requisit aus längst vergessener Zeit, das sie scheinbar gar nicht selber brauchten. Aber, als Simeon den Mantel damals das erste Mal anzog, da erlebte er eine Kraft darunter, die fortan sein ganzes Leben revolutionieren und verändern sollte. Das war der rote Mantel der Vaterliebe Gottes. Simeon reichte ihn weiter an Hanna. Und auch sie wurde durch das Tragen des neuen Gewandes verwandelt. Die Beiden erworben das Kleidungsstück. Es kostetet ihnen alles. Doch sie waren dazu bereit, alles zu geben, weil sie erkannten, welcher Schatz ihnen mit diesem Mantel der Vaterliebe anvertraut wurde.

Seither sind so viele Jahre vergangen. Hanna und Simeon haben den roten Mantel überall mit hingenommen. Sie teilten ihn mit unzähligen Menschen in Not. Sie bargen Bedürftige und Schutzsuchende auf der ganzen weiten Welt darunter. Sie teilten den Schatz und das Geheimnis des Mantels der Vaterliebe mit Tausenden und Abertausenden. Und je mehr sie ihn anderen umlegten, umso mehr vervielfältigte sich die Kraft und die Macht der Liebe des himmlischen Vaters, die davon ausgingen. Je mehr sie weggaben, umso reicher wurden sie. So zu leben, das allein schon hätte Hanna und Simeon gereicht.

Aber dann geschah Folgendes.
Wieder einmal waren die Beiden unterwegs, den roten Mantel der Vaterliebe mit Menschen in allerlei Nöten zu teilen und das Wunder Seiner göttlichen Kraft zu den Schwachen zu bringen. Da begegnete ihnen mitten im Treiben auf der Straße des Lebens ein Fahrender Händler mit seinem Kaufmanns-Wagen, voll mit bunten Kleidern und Gegenständen für den Gebrauch des Alltags. Und wieder blieb ihr Blick an einem Samt-Mantel hängen. Dieses Mal war die Farbe des Mantels türkis. Türkis so grünlich-bläulich schimmernd, wie das grenzenlos wogende Meer und das weite Himmelszelt, das sich darüber unendlich weit hin erstreckt. Was hatte es nur mit diesem türkis-farbigen Mantel auf sich?! Wieder schlüpfte Simeon zuerst hinein. Da überflutete ihn die Nähe Gottes in solch einer Macht und Herrlichkeit, dass es ihm ganz heiß im Herzen wurde. Sogleich gab er auch Hanna den Mantel zu tragen und auch sie badete in dem Meer von Frieden und Ruhe darin.  Da merkten sie auf einmal, dass jener Händler niemand anderes ist, als ihr himmlischer Vater höchstpersönlich.

Und Abba-Vater sprach zu Hanna und Simeon:
„Danke, dass Ihr Beiden in solcher Treue und Hingabe Meinen roten Mantel der Vaterliebe in alle Welt getragen habt. Darunter fanden so viele Meiner verlorenen und verletzten Kinder Heilung, Zuflucht und Wiederherstellung! Schaut nur, jetzt verleihe Ich Euch einen neuen Mantel der Autorität. Dieser Mantel in türkis ist Mein Schalom-Mantel!
Das heißt nun nicht, die Zeit des roten Mantels und der roten Herzen sei vorbei!Nein, Meine Vaterliebe wird immer und ewig benötigt werden. Aber Ich bringe jetzt eine neue Farbe mit ins Spiel. Denn meine geschundenen und verängstigten Kinder in den letzten Zeiten brauchen heute ganz besonders auch noch dieses. Sie brauchen Meinen Schalom, Meinen Frieden in ihren Herzen. Ohne diese Herzensruhe können sie es nicht schaffen in einer immer dunkler werdenden Welt zu überleben. Darum geht nun hin und tragt den türkisenen Schalom-Mantel, so wie ihr den roten Mantel getragen habt.“

Als Hanna und Simeon den türkisenen Mantel ehrfurchtsvoll staunend in ihren Händen hielten, entdeckten sie, dass die Innenseite des neuen Mantels in rotem Samt ausgekleidet war. So würden sie Beides weiterreichen können: den Schalom Gottes, der so weit reicht wie das Meer und der endlos weite Himmel –   und die Liebe ihres wunderbaren Vaters, die rot strahlt, wie die aufgehende Sonne. Froh und zuversichtlich, gestärkt mit neuer Kraft, machten sie sich auf den Weg! Sie wussten tief in ihrem Innersten, dass der Vater unsichtbar mit ihnen unterwegs sein würde. Auf zu neuen Ufern. Hin zu neuen Horizonten. Dort, wo Gottes Kinder auf diesen Mantel schon warteten. Und unter dem türkisenen Mantel würden Frieden, Trost und neue Hoffnung die Herzen Vieler neu erfüllen.

Matthias Hoffmann
Juli 2020