Alles hat SEINE Zeit…

Aus Prediger 3:
„Alles hat seine bestimmte Stunde und jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Zeit:…Geborenwerden hat seine Zeit und Sterben hat seine Zeit…Weinen hat seine Zeit und Lachen hat seine Zeit…Klagen hat seine Zeit und Tanzen hat seine Zeit…Umarmen hat seine Zeit und sich der Umarmung enthalten hat seine Zeit…Suchen hat seine Zeit und Verlieren hat seine Zeit…alles hat seine Zeit!“

Unser Abba-Papa ist ein Ewig-Vater.  ER ist ewig, Alpha und Omega, ohne Anfang und Ende. ER war immer schon da und wird immer da sein. ER lebt gehimmelt außerhalb von Zeit und Raum, jedenfalls gemessen nach unseren Maßstäben. Und doch durchdringt Abbas Ruach-Atem-Geist alle Dimensionen des Geschaffenen in den Himmeln, sowie im weiten Kosmos und auf unserer kleinen Erde. ER ist Immanuel. Gott bei uns. Überall. Ein nahes Wesen. Der Allgegenwärtige.
Selbst die Wissenschaft (von Astrophysik über Quantenphysik) muss mittlerweile erkennen, dass das Meiste im Universum, so wie auch in den Atomen, für unser menschliches Auge unsichtbar bleibt, aber dennoch real vorhanden ist. Der Spruch – „ich glaube nur, was ich sehen kann!“ – funktioniert so nicht mehr! „Zeit und Raum sind relativ“, das wusste schon der geniale Albert Einstein vor fast 100 Jahren.
Und das bezeugt uns auch die Weisheit und Wahrheit der Bibel!

Alles hat SEINE Zeit. Nämlich Gottes Zeit.
Abba kennt das passende Maß. ER behält den Überblick und weiß am besten, wann etwas beginnen und wieder aufhören soll. Es war und ist Ausdruck Seiner Gnade, dass wir Menschenkinder (nach dem Sündenfall) in begrenzter Zeit- und Raum-Dimension weiterleben. Man stelle sich nur mal kurz vor, wenn ein böser Diktator ewig leben könnte. Wie furchtbar wäre das, wenn ein Schrecken nie ein Ende fände.  Das wäre die Hölle auf Erden.

Ich will Dir heute zusprechen: Alles hat SEINE Zeit in Deinem Leben!
Jede Krise, jedes Leid, jede Krankheit…alles Schwere, was uns trifft, musste vorher an den liebenden Augen von Abba vorbei. Und ER allein weiß, wie lange es dauert! Es dauern  muss. Im Glauben hat alles Sinn und Ziel, auch wenn wir es jetzt noch nicht sehen und verstehen können. Alles hat hier einen Start und auch ein Finale. Begrenztes Leben tut oftmals weh, aber ist auch heilsam zugleich.

Jesus Christus ist Anfänger und Vollender; derselbe gestern, heute und in Ewigkeit!  ER, das Vaterherz Gottes in Person, ist derjenige, der war und ist und kommen wird. ER durchschreitet alle Dimensionen von Zeit und Raum und herrscht in Seiner absoluten perfekten Liebe darin und darüber.
Das reicht um geborgen zu leben, in Zeiten wie diese!

Matthias Hoffmann
März 2021

Das Glaskugelspiel

Ein weiser, alter Gottesmann sprach einmal zu einem Jüngling:
„Komm, ich werde dich ein wunderbares Spiel lehren!
Man nennt es, das Glaskugelspiel!“
Während er dies noch sagte, zog er vorsichtig eine Reihe durchsichtiger Gaskugeln nach einander aus den bauschigen Falten seines Gewandes.

„Sieh nur, das ist die Freude!“ sagte der Ate und warf die erste Glaskugel seinem Gegenüber zu. Da geschah das Unfassbare und Wundervolle. Im Flug begann die Glaskugel in den prächtigsten Farben zu leuchten. Sie verbreitete solch einen atemberaubenden Glanz und ungeahnte Schönheit, dass der Jüngling bei ihrem Anblick ganz gebannt war und fast versäumt hätte, seine Hände zum Auffangen auszustrecken. Im letzten Moment fing er sie dann doch noch. Aber da verlor sie schon wieder ihr Strahlen und wurde so durchsichtig, wie zu Beginn.

„Merkst Du, mein Freund, nur im Weitergeben entfalten die Glaskugeln ihren wahren Glanz. Darum ist es so wichtig, das Empfangene gleich wieder loszulassen und weiter zu reichen. Auf diese Weise gelingt das Glaskugelspiel!“ fügte der Alte hinzu.
„Komm, wirf die Freude wieder zurück und das Spiel kann weitergehen.“

So trennte sich der Jüngling von der soeben gefangenen Freude. Und erneut schimmerte sie in herrlicher Farbenpracht beim Flug durch die Luft. Da kam auch schon die nächste Kugel geflogen. Diesmal war es die Hoffnung. Dann kam die Liebe, danach der Friede und auch noch die Freundlichkeit. Glaskugeln flogen hin und her. Alle Farben des Regenbogens leuchteten auf. Die Kugeln wechselten die Hände und berührten die Herzen der Fänger und Werfer gleichermaßen.

Und siehe, das Glaskugelspiel war sehr gut!

Da durchfuhr den Jüngling ein verführerischer Gedanke:
„Nur einmal die Freude festhalten dürfen! Nur einmal die Liebe für mich ganz alleine besitzen können! Nur einmal das Glück mit niemanden teilen müssen!“
Und so hielt er angespannt die Freude in seinen Händen und drückte sie fest an seine Brust, dabei zerbrach sie in tausend Stücke. Und weil er entsetzt auf die Scherben starrte, bemerkte er gar nicht, dass schon die nächste Kugel angeflogen kam. So verpasste er die Liebe. Auch sie fiel zu Boden und lag zersplittert vor ihm. Ebenso verfehlten ihn die nächsten Glaskugeln: Friede, Hoffnung, Vertrauen, Geduld…alles lag in Trümmern vor ihm. Ein riesiger Scherbenhaufen.

Der Jüngling begann bitterlich zu weinen. Jetzt war das herrliche Spiel vorbei und das alles nur, weil er es selbst zerstört hatte mit seiner Habgier und Unvernunft.


„Weine nicht, mein Freund!“ hörte er die sanfte Stimme des Gottesmannes sagen.
Der Alte näherte sich und trat entschlossen hinzu. Mühsam ging er auf seine Knie und fasste unerschrocken in den Glasscherbenhaufen hinein. Dabei zerschnitten ihm die Splitter und Bruchstücke die Hände. Er musste gewisslich enorme Schmerzen erleiden. Blut quoll aus vielen Wunden und tropfte über die zerbrochenen Glas-Fragmente. Der Gottesmann nahm jede Scherbe und mit seinem Blut verklebte er die einzelnen Teile. Da geschah das nächste Wunder. Was vorher noch zerstört daniederlag, formte sich erneut unter den blutenden Händen des Alten und wurde wieder heil und neu; ja, wunderschön – so, als ob  gar nichts geschehen sei.

Der Gottesmann legte eine herrliche Glaskugel nach der anderen vor sich hin auf die Erde. Alle Kugeln waren wiederhergestellt: die Freude, der Friede, die Hoffnung, die Zufriedenheit, das Glück und wie immer sie mit Namen lauteten. Alles war wieder gut. Das Glaskugelspiel konnte also weitergehen.

Der Alte richtete sich auf und nahm ein paar Schritte Abstand, während der Jüngling kaum glauben konnte, was da soeben vor seinen Augen geschehen war.
„Lass uns von vorne beginnen!“ sprach der Gottesmann.
„Ich nehme an, dieses Mal hast du den tieferen Sinn des Spiels verstanden und wirst es wahrlich besser machen!“

„Ja, das werde ich!“ antwortete der Jüngling mutig, beugte sich und nahm die erste Kugel zärtlich in die Hand. Es war das Vertrauen. Er warf sie in die Luft und schon begann sie zu strahlen. Dann folgten Liebe, Hoffnung und Zuversicht. Ein Rausch an Farben und Empfindungen. Schöner als je zuvor. Ein Geben und ein Nehmen, ein Loslassen und Empfangen.

Und siehe, das Glaskugelspiel war sehr gut!


Matthias Hoffmann
März 2021



Vom Kerker in die Freiheit.


Heilungs- Lebens- Zeugnis von Katja

Wenn ein Mensch mit Gewalt gezeugt wird und als ungewolltes Kind vom Mutterleib an viel Ablehnung erfährt, sogar Abtreibungsversuche überlebt, dann ist das kein guter Start ins Leben. Wenn dann noch sexueller Missbrauch vom Vater, von Lehrern und Mobbing dazu kommt, ist das höchst zerstörerisch. Nur kurze Zeit findet die Seele Wege, diese Wunden auszublenden.

Mein Leben hat so begonnen und war ein Überlebenskampf mit vielen Ängsten, Depressionen, Burn-outs, Bulimie und Anorexie. Mit acht Jahren durfte ich nach einem traumatischen Erlebnis Gottvaters Liebe in seinem liebevollen Schoß erfahren. Das gab mir Trost und neue Kraft, weiter zu leben. Trotz der Scheidung meiner Eltern und vieler Umzüge begann ich, in Gottes Ruf zaghaft hinein zu wachsen. Dennoch erlebte ich in meinem Leben weiterhin viel Mühe, Einsamkeit, Missbrauch, Ablehnung, eine große Leere und Sehnsucht nach wahrer Liebe. Diese Leere versuchte ich mit allem möglichen zu füllen, mit Essen, Partys, Esoterik und Okkultem.

Auf der Suche nach Liebe und Anerkennung lief ich oft Menschen hinterher. Ich wünschte mir Sinn und ein gutes Leben, und lernte Heilerziehungspflege. Doch statt des guten Lebens entwickelten sich Verhaltensmuster, die sich verschlimmerten, und ich fiel in Süchte. 1993 heiratete ich, und Gott schenkte mir einen wunderbaren Mann, mit dem ich zwei tolle Kinder bekam.

Dann geriet ich erneut auf den falschen Weg und wollte Domina in Hamburg werden. Gott verhinderte es in seiner Gnade und ich ging in eine Gruppentherapie, in der ich viel über mich und andere lernte. In der Kirche gestaltete ich damals gerne Kindergottesdienste. Mit 30 Jahren in einer Lebenskrise machte ich noch einmal einen großen Schritt auf Gott zu.

 Ich bat Jesus verzweifelt um Hilfe, bat ihn erneut in mein Herz und mein Leben, und er kam. Ich liebte ihn, seine Gegenwart und erlebte übernatürlich Heilsames. Dann schloss ich mich einem Hauskreis an, der zu einer Gemeinde wuchs und ich ließ mich taufen.

Gemeindebau, Dienst, und der Druck, den ich selbst und andere mir darin machten, rückten dann 6 Jahre lang stark in den Mittelpunkt, bis ich im Burnout landete und eine halbseitige Gesichtslähmung bekam. Nach 3 Wochen heilte sie durch Gebet, obwohl die Ärzte sagten, dass sie für immer bleiben würde. Es war ein Wunder.

Ich definierte mich durch Leistung, durch fromm und brav sein. Es allen und Gott recht zu machen war für mich zu diesem Zeitpunkt ein wichtiger Teil des Christseins. Ich wollte nie mehr verletzt und abgelehnt werden. Erst im völligen Zusammenbruch merkte ich, dank Jesus, meine Gebundenheit darin. Nichts tun zu können war schlimm für mich. Wer war ich, wer mochte mich denn noch so schwach und nutzlos? Niemand, war meine Überzeugung.

Dann erkannte ich, dass da noch etwas in meinem Leben war, was mich sehr belastete und unsicher machte. Es war die fehlende Vaterliebe, die Ablehnung und der Missbrauch, der mich innerlich schon so lange quälte. Ich begann dann eine Seelsorge-Ausbildung, um Frauen zu helfen. Mit der Zeit wurden meine Ängste und Depressionen unerträglich. Immer wieder bat ich Jesus, mich davon zu befreien. Bis er die Türen dafür öffnete.

DIE WENDE. In dieser Zeit spürte ich die große Sehnsucht nach einem guten, liebevollen Vater immer mehr und mehr in meiner Seele hochkommen. Mein inneres verletztes Kind wurde darin plötzlich lebendig und begann zu reagieren. Begegnungen, Filme und Bilder, die dieses Thema ansprachen (triggerten), ließen mich in Sehnsucht weinend zurück. Ich fragte mich, wie ich diese Hürde jemals nehmen konnte. Mit der Zeit entwickelte ich starke Selbstmordgedanken.  Die Vorstellung, meinem Vater, einem Vater, oder Gott als Vater zu begegnen, war Horror für mich.

Ich wollte einerseits Liebe und Zuwendung erfahren, aber alles in mir wollte auch davor weglaufen. Während dieser Zeit hatte ich einen Brusttumor, der operiert wurde, und einen Bandscheibenvorfall mit Fußlähmung, der nicht behandelt wurde, außer mit spazieren gehen und liegen. Jesus heilte beides und sprach mit mir in dieser ruhigen Zeit über alles. Er ließ mir alles zum Besten dienen. Gottvater hatte einen Heilungsplan, der nun in mein Leben kam.

Ich verbrachte viel Zeit in Seelsorge-Häusern und lernte Menschen kennen, die mir halfen und ein wenig wie Eltern waren. Langsam und oft unter Anfechtung (ich bekam Diabetes) begann ich, durch diese Beziehungen im Herzen zu heilen und zu verstehen, wie ein guter Vater sein konnte. Lebenslügen wurden offenbar, die endlich unter meine Füße kamen. In der Heilung entstanden meine Bilder und Figuren. 2009 gründete ich jesuliebe.de, und 2012 mit meinem Mann unser Auszeit-Haus AMMIEL am Bodensee.

Nach einigen Jahren zerbrach diese wertvolle Beziehung und ich verlor über dieser erneuten Ablehnung völlig den Boden unter meinen Füßen. Die Wunde, keine Eltern, keinen liebenden Vater gehabt zu haben, brach noch einmal voll auf und ich hatte kaum Hoffnung auf Besserung. Ich war ohnmächtig vor Schmerz und Hass. Die Tränen der Scham über mich selbst, der Ablehnung und des Verlustes nahmen kein Ende. Ich war darin gefangen und erneut in einem Burnout.

Doch dann griff die liebevolle Hand Gottvaters nach mir und hob mich empor aus dem Kerker meiner Anklagen, allen Versagens und dem tiefen Verlustschmerz. Er half mir, neu zu vertrauen, allen Menschen, die mich verletzt und abgelehnt hatten, zu vergeben und sie sogar zu segnen. Danach half er mir auf und gab mir meine wertvolle Identität in Ihm und eine gesunde heilsame Sicht Menschen gegenüber.

Ich lernte die Vaterherzschule kennen, in der ich viel Freude erfuhr, mitarbeiten und weiter lernen und heilen konnte. Gottvaters Liebe und Segen übertraf alle meine eigenen Bemühungen. Er stellte meine Würde wieder her und ich erlebte Erstaunliches mit dem Heiligen Geist. In all dem gab er mir Weisheit, Dankbarkeit, Geduld, Mut und Autorität. Gottvater war für mich die Antwort auf Geborgenheit und Schutz und jeder Sehnsucht meines inneren verletzten Kindes. Er heilte und stillte das Verlangen nach zugewandter, gütiger Vaterliebe in mir.

In tiefen Herzensprozessen stellte er mich auf ein neues Fundament seiner Liebe zu mir. Ich lernte, dass ich als sein gewolltes, geliebtes Kind nicht alles recht machen muss, um von ihm geliebt, versorgt und angenommen zu sein. Er lehrte mich, Grenzen zu setzen und in ihm geliebt zu leben. Heute bin ich voller Lebensfreude und frei von Depressionen und Bulimie. Jesus kam, um uns zum Vater zu führen, weil er wusste, dass Kinder einen beständig guten Vater brauchen (Matthäus 18,2-4.)

Wenn das Leben dich umhaut, fängt Gottvater dich auf. Er verändert nicht gleich die Umstände, aber er verändert uns in den Umständen. Ausführlicher ist meine Geschichte nachzulesen in meinem Buch „Niemand liebt dich mehr als der, der dich schuf“. Erhältlich im Grace-today Verlag oder bei  www.ammiel.de  / www.jesuliebe.de



Vom Mann, der auf einmal wieder hören konnte

Sam hatte sich schon so sehr an seine Schwerhörigkeit gewöhnt, dass er sie im Alltag kaum mehr wahrnahm. Er könnte dir auch nicht sagen, wann es ihm selber zum ersten Mal so richtig bewusst wurde, dass sein Hören immer schlechter geworden war. Es war wohl eher ein schleichender Prozess. Schrittweise wurde es leiser und leiser um ihn her. Aber er merkte kaum etwas davon, weil dafür die anderen Stimmen in ihm umso lauter und lauter wurden.

Jene Stimmen. Voller Selbstzweifel und Kritik. Die verklagenden Worte von Unsicherheit und Versagen. Da war ein ständiges Tinnitus-Rauschen in seinen Ohren. Er hörte in seinem Inneren das Klagen seiner dominanten Mutter, die immer an allem etwas zu Nörgeln hatte. Oder das gehässige, laute Lachen seines Arbeitskollegens, der sich ständig lustig machte auf Kosten der Schwächeren. Das verunsicherte Sam und er fragte sich: „Ob der auch über mich lacht?“ Da waren die kritischen Worte und negativen Festlegungen, die ihn sein Leben lang schon verfolgten und ständig runtermachten.

Dieses Wirrwarr an brabbelnden Stimmen im Hinterkopf, diese lauten nervigen Hintergrundgeräusche seines Alltag-Lebens, sie waren für Sam derartig normal und vertraut geworden, dass er die zunehmende Taubheit, die sich bei ihm einstellte, gar nicht realisierte. Er hatte kein Gehör mehr für Menschen, die ihn ermutigen wollten und ihm gar Gutes sagten. Da war auch kein Aufhorchen möglich für neue Gedanken der Hoffnung und der Zukunft. Sam hörte nicht mehr gut. ER hörte nicht mehr zu. Und bald gehörte er auch nicht mehr dazu.

Denn je länger Sam seinen zunehmenden Hörverlust ignorierte, umso kleiner wurde sein Radius, der Lebensraum um ihn her.  Wenn er unter Menschen war, konnte er oftmals die Gespräche nicht richtig mit verfolgen. Die Frequenzen der Stimmen von Personen im Raum überlagerten einander und wurden zu einer quälenden Kakophonie. Es war ihm peinlich, immer wieder nachfragen zu müssen, wenn er mal wieder etwas nicht deutlich genug verstanden hatte. Manchmal versuchte er sogar von den Lippen der anderen abzulesen, aber das gelang ihm nur stümperhaft. Und so gab er auf. Er zog sich lieber zurück, und es wurde einsamer um ihn her.
Als er dann noch neulich beim Überqueren der Straße fast von einem Auto überfahren wurde, weil er das Hupen nicht gehört hatte, da bekam er es mit der Angst zu tun. Am liebsten wollte er jetzt gar nicht mehr das Haus verlassen.

Unaufhaltsam rückten die Grenzen näher. Seine Sinne schienen ihm wie Sand zwischen den Fingern zu zerrinnen. Sam war verzweifelt. Die Taubheit hatte mittlerweile sein ganzes Leben in Mitleidenschaft gezogen und hielt es nun fest im Griff. Alles fühlte sich irgendwie taub an. Nicht nur seine Ohren. Auch seine Augen schienen schlechter zu funktionieren. Sein ganzer Körper. Taub – gefühllos. Eine innere bleierne Schwere, wie eine Lähmung, nahm von ihm Besitz, raubte ihm alle Kraft und allen Lebensmut.
Er hatte davon gelesen, dass es schwarze Löcher im Universum geben soll, die alles verschlingen können. Ja, so kam es ihm jetzt vor. Fast hätte Sam aufgegeben und sich in sein unweigerliches Schicksal gefügt. Es war wie ein endloses Fallen in Bodenlosigkeit. ER sah schon das schwarze Loch auf sich zu rasen. Da löste sich innerlich ein Schrei in seinem Herzen. Ein Schrei um Hilfe, Rettung, festgehalten werden, aufgefangen sein. Sam schrie. Es schrie unhörbar in ihm, ohne Worte. Aber wer würde ihn hören, – erhören –  wo der doch selber nicht mal richtig hören kann?!

Und dann geschah jenes Wunder!
Das Rauschen verschwand abrupt und die  Stimmen in seinem Innersten verstummten.
Für einen Augenblick herrschte absolute Ruhe. Himmlischer Frieden. Alles wurde still in ihm. Auf einmal drang an sein Ohr der Gesang eines einzelnen Vogels, der draußen vor seinem Fenster im Baum saß und eine Melodie vor sich hin trällerte. Es kam Sam vor, als ob er noch nie zuvor dem Singen eines Vogels gelauscht hätte. Das war so einzigartig und wunderschön.

Je länger er fasziniert zuhörte, umso mehr wich die Taubheit aus allen seinen Sinnen. Die Lähmung löste sich völlig auf, wie Nebel im Morgenlicht der Sonne. Da verstummte das Lied und der Vogel flog weiter. Wieder wurde es still in ihm und um ihn her. Diese Stille war zum Greifen nahe und geradezu übernatürlich.
Auf einmal hörte Sam die Worte: „Habe keine Angst. Du bist nicht allein. Ich bin bei Dir und werde immer bei Dir sein, weil ich Dich liebe!“

„Wer war das nur?“ fragte sich Sam. „War das wohlmöglich Gott, der da zu ihm sprach?! Ja, geht denn das überhaupt, dass man Gottes Stimme hören kann?! “
In den kommenden Monaten wurde Sams Leben völlig transformiert. Es war ihm so, als ob er vorher noch nie wirklich gehört hätte. So lernte er neu das Hören. Das Zuhören, das Hinhören. Täglich hielt er inne und hörte intensiv zu. Ihn überraschte, wieviel er bisher überhört hatte oder auch gar nicht hören wollte. Er lauschte Tönen, Klängen und Melodien. Wenn jemand etwas zu ihm sagte, dann bekam er sogar die Fähigkeit, nicht nur die nackten Worte aufzunehmen. Er konnte fortan auch das Unausgesprochene hören.

Aber am meisten beglückte Sam, dass er tatsächlich Gottes Worte in seinem Innersten hören konnte. Es fiel ihm nicht schwer, Gottes Reden von allen anderen Stimmen und Geräuschen zu unterscheiden. Denn wenn Gott zu ihm sprach, das wusste er nun genau, dann waren das immer Worte voller Lebensermutigung und Liebeshinwendung. Diese Worte musste er hören. Von diesen Worten lebte er geradezu. Sie verliehen ihm täglich neue Kraft und wiesen ihm seinen Weg.
Ja, das ist die Geschichte von Sam, dem Mann, der auf einmal wieder hören konnte…und das alles nur, weil sein Herz Ohren bekam!


Matthias Hoffmann
Februar 2021



Herzen werden offenbar…

Ich sitze völlig entspannt bei Abba im Wohnzimmer im Vaterhaus der Liebe Gottes. Mein Geist ruht an himmlischen Orten, mein Herz fühlt sich gehimmelt an. Hier bei IHM ist es gut sein. Sein Friede und Seine Geborgenheit erfüllen mich an diesem Ort, ganz nahe an Seinem Herzen, in Seiner Gegenwart. Ich schaue mit dem Vater zusammen aus dem Fenster. Wir beobachten, was da gerade zurzeit auf unserem kleinen blauen Planeten so abläuft.

Und ich frage Abba: „Papa, was machst Du da eigentlich gerade? Ich verstehe es nicht, aber ich merke da läuft zurzeit etwas absolut Wichtiges und Weltveränderndes ab. Mein aufrichtiger Wunsch ist es nur, dass ich Dir dabei nicht im Wege stehe oder mich unbewusst sogar gegen Dich und Dein Wirken stelle. Ich verstehe es nur nicht. Kannst Du es mir bitte erklären?!“

Abba schaut mich mit Seinen großen, wunderbaren, gütigen Augen an und sagt:
„Mein geliebter Sohnemann, ICH bin dabei überall auf der Welt die Herzen Meiner Kinder zu durchleuchten. Herzen werden offenbar! ICH bringe aus der Tiefe hervor, was sich in diesen Herzen alles verborgen hält: Stolz, Eifer, Angst, Vertrauen, Einsamkeit, Egoismus, Hoffnungslosigkeit, Mut, Zuversicht, Unabhängigkeit, Liebe, Barmherzigkeit, Dankbarkeit, Segen…was auch immer es sein mag. Es muss ans Licht kommen! Es kann nicht verborgen bleiben!
Das ist wie eine enorme Inventur der Herzen. Alle Menschen, alle Nationen, alle Gesellschaften sind auf dem Prüfstand. Das gehört zur großen Vorbereitung fürs Finale.“

Ich werde still und lass Abbas Worte auf mich wirken; sinne darüber nach.

Ja, auch mein Herz wird in diesen Tagen durchleuchtet. Auch mein Herz offenbart, was alles in ihm steckt. Gutes und Böses. Vertrauensvolles und Ängstliches. Allzu menschliche Gedanken, Ärger und Sorgen. Und daneben dann wieder himmlischer Schalom, große Dankbarkeit und göttliche Perspektiven.
Es tut mir so gut, alles auszugießen. Vor Jesus im Gebet alles aussprechen, leer werden, es in mein Tagebuch aufschreiben, Worte finden und formulieren, zu stammeln, zu schweigen. Ich lege alles in Jesu durchbohrte Hände und vertraue meinem himmlischen Vater. ER, der das ganze Universum schuf und dem Tod die Macht am Kreuz nahm, DER hat  immer einen Ausweg!
Und je leerer ich werde, umso mehr kann ER mein Herz wieder neu füllen, bis es überfließt mit Seiner Gnade, Liebe und Hoffnung!

„Danke, Abba, alle Deine Wege sind vollkommen, gerecht und sehr gut!“

Matthias Hoffmann
Februar 2021

2021 …. ERWARTUNGSVOLL

Wenn ich gefragt werde, wie es mir zurzeit so geht, und wie ich auf das kommende Jahr blicke, dann antworte ich: „Ich lebe ERWARTUNGSVOLL!

Ja, ich weiß selber, die Umstände sehen völlig anders aus. Unsere Welt dreht sich momentan im Kreis. Der Stolz der ohnmächtigen Mächtigen ist noch lange nicht da angekommen, dass sie nach Gottes Lösungen fragen würden. Und auch der Leib Jesu, die Kirche in ihren verschiedenen Erscheinungsformen, zeichnet eher ein Zerrbild ihrer selbst, gefangen zwischen blindem Aktivismus und kraftloser Unsichtbarkeit.

Aber, wenn ich bete – und ich bete wirklich viel, ich verbringe ganze Tage in Abbas Gegenwart – dann höre ich immer nur eines: „WARTE AUF MICH! – Warte auf Mein Eingreifen. Erwarte Mein Kommen. Lebe erwartungsvoll; sei gespannt auf das, was ICH zu tun vermag!“

Am Neujahrsmorgen bin ich aufgewacht mit den Worten: LASS ABBA MACHEN! Ich habe diese drei kleinen Worte ganz laut und deutlich in meinem Herzen vernommen. Sie stehen jetzt auf einer Karte geschrieben und hängen über meinem Schreibtisch.

Wer mich kennt, weiß, wie gerne ich plane und wie viele Visionen und Ideen ständig in mir leben. Aber diese Worte von Abba, hören sich irgendwie anders an. Das bedeutet doch eher: alle eigenen Pläne, Termine, Vorstellungen aus der Hand geben und IHM, Abba, alles anvertrauen. Nicht selber machen wollen-können-müssen, sondern Abba handeln lassen. Auf Sein Eingreifen warten!

Lass Papa ran. Überlasse IHM doch Deine Fragen, Sorgen und die vielen ungelösten Fälle. Du brauchst es wirklich nicht alleine zu schaffen. Halleluja, es ist nicht zu schaffen! Aber Abba schafft es! Manchmal mit Dir zusammen. Gerne in Dir, – durch vorbereitete Wege in Deinem Herzen. Aber auch oftmals ohne Dich – denn ER ist der Allergrößte. Kinder brauchen einen Vater, der die Dinge für sie erledigt.

Wir sind geboren für eine Zeit wie diese!
Jetzt gilt es Tag für Tag, in allen Herausforderungen, zu lernen und zu erleben, wie uns Abbas Liebe alltagstauglich hindurchträgt. Unser himmlischer Vater lässt Seine Kinder nicht im Stich! Niemals! Und Du und ich – wir dürfen und werden einer verrückten Welt es zeigen, wie das aussieht, dem allmächtigen Abba-Vater unter allen Umständen, immer und überall, zu vertrauen. Wir warten auf IHN. Wir leben ERWARTUNGSVOLL. Abba wird kommen und ER wird den Unterschied machen!

Matthias Hoffmann
Januar 2021