Ein Kuss aus dem Himmel

Ich bin immer wieder fasziniert, was unser Vater im Himmel sich so alles einfallen lässt, um uns zu illustrieren, wie sehr er uns liebt. Als hätte er überhaupt nichts anderes zu tun, nimmt er sich die Zeit, unseren tiefsten Herzenswünschen zu begegnen.

Letztes Jahr im Herbst war ich über ein Wochenende zu meinen Freunden in den Harz eingeladen worden. Einige Freundinnen wollten dort mit mir zusammen meinen 60. Geburtstag nachfeiern. Ja, stellt Euch vor, ich bin doch tatsächlich schon 60 Jahre jung geworden. Ich fühle mich zwar noch immer wie 27, aber mein Geburtstag sagt was anderes. Der Vorteil ist, ich kann jetzt mit der Senioren-Bahncard Zug fahren. 🙂

Eigentlich wollte ich diesen speziellen Geburtstag mal so richtig feiern, da ich meistens zu Geburtstagsanlässen auf Reisen bin und diesmal hätte es zusätzlich zu einem genialen Geburtstag auch geographisch gepasst. Ich wäre tatsächlich, auch ohne Covid-19, ausnahmsweise mal in Deutschland gewesen.

Aber Covid-bedingt fiel eine große Feier flach und verlagerte sich auf 4 kleinere, spontane Einladungen von unterschiedlichen Freundinnen, sodass dieser Geburtstag unvergessen bleibt mit vielen wunderbaren Erinnerungen.

Ich durfte schon Wochen vorher ein paar Wünsche äußern, was ich gerne an dem Wochenende machen würde. Eine Sache, die ich mir wünschte war: nachts bei uns auf der Dach-Terrasse bei sternenklarem Himmel mit Sekt anzustoßen!

Nichts leichter als das, oder? Als wir am Abend essen gingen, machten wir, noch bei Tageslicht, geniale Fotos in einen ziemlich schwarzen Himmel hinein, wo trotz allem ein super Sonnenuntergang zu sehen war. Ich dachte mir: Sterne ade! Vielleicht müssen wir sogar mit Regenschirm aufs Dach. Das wäre natürlich extrem schade.

Als wir uns dann zu später Stunde aufs Dach begaben, konnte ich es kaum glauben: sternenklarer Himmel und keine Wolken mehr. Wow! Das war ja wirklich obergenial!
Ich war zutiefst berührt. Spontan sagte ich zu meinen Freundinnen: „Das Einzige, was jetzt noch fehlt, ist eine Sternschnuppe!“ Die Mädels lachten: „Sternschnuppen um diese Jahreszeit gibt es hier nicht!“
Plötzlich schrien eine meiner Freundinnen und ich zeitgleich: „Eine Sternschnuppe! Eine Sternschnuppe!“
Das war der absolute Hammer! Gerade hatte ich noch gesagt, das wär’s noch, jetzt noch eine Sternschnuppe, und prompt schoss eine über den Himmel.

Die anderen beiden Mädels konnten es gar nicht glauben und meinten, das hätten wir uns eingebildet. Aber wir wussten, was wir gerade gesehen hatten.
Es war für mich wie ein Kuss aus dem Himmel. Ein Geburtstagsgruß von Papa
Ich war tief berührt!

Als hätte er nichts anderes zu tun, als den Himmel an meinem 60. Geburtstag am Abend aufklaren zu lassen und dann noch eine Sternschnuppe hinterher zu schicken, weil ich sie mir spontan noch dazu wünschte. 🙂

So ist unser Papa! Er liebt uns bedingungslos, überschwänglich und verschwenderisch und ist immer für eine Überraschung gut.

Karin

Jolima und der Weg nach Immergrün

Eine berührende Geschichte über den Mut,…

Autor: Inka Hammond
Preis: 14,99
ISBN:  978-3-417-28893-3
Leseprobe: 
Kaufen: SCM-Shop

Beschreibung:
Jolima führt ein trübseliges Leben im Land Immergrau – bis der König von Immergrün alle Töchter in sein Land ruft!

Die Mutterliebe Gottes

Ich bin in einer ganz normalen Familie aufgewachsen. Trotzdem fehlte etwas Grundlegendes. Meine Mutter war immer da, aber es gab nie eine wirkliche Beziehung zwischen uns. Ich zähle zu der Generation der „Kriegsenkel“; meine Eltern haben als Kinder die Flucht aus Ostpreußen erlebt und waren wahrscheinlich traumatisiert. Ob aus diesen oder anderen Gründen, manche Menschen haben keine echte Beziehung zum eigenen Vater erlebt, andere zur Mutter. Beides kann massive Auswirkungen haben.

Ich war immer sehr angepasst und sehr leistungsbezogen. Ich habe versucht, mir mein Lebensrecht durch Bravsein und Fleißigsein zu verdienen. Ich wurde zu einer depressiven Perfektionistin.
Dann begegnete mir Gott. In einer depressiven Phase rollte ich mich wie in Embryohaltung auf dem Sofa zusammen und auf einmal umgab mich die Liebe des Vaters und ich fühlte mich wie auf seinem Schoß. Ab diesem Moment wurden die Depressionen weniger.

Die Beziehung zu meiner Mutter blieb schlecht. Ich lernte die Vaterherzbewegung kennen, aber mein Herz schrie nach Mutterliebe. Irgendwann fing ich an zu formulieren und einzufordern, was mir fehlte. Warum wurde so viel vom liebenden Vater erzählt, aber so wenig von einem mütterlichen Gott? Warum gab es so viele Bibelstellen, die von Gott als dem Vater erzählten, und anscheinend so wenige, die von seiner Mutterliebe sprachen? Gott nahm mich ernst in meiner Not.

Ein Beispiel: Ich war auf einer Vaterherzkonferenz. Dort gab es einen Maler, der während der Lobpreiszeit Bilder malte. Ich sah auf seinem Bild einen Erwachsenen mit einem Kind an der Hand – na klar, mein himmlischer Papa und ich. Das sprach mich an, das tat mir gut, so kannte ich Gott. Am Ende der Veranstaltung ging ich nach vorne, um das Bild näher anzusehen. Ich wäre fast hintenüber gefallen, als ich sah, dass es kein Mann, sondern eine Frau war, an deren Hand das Kind ging. Und ich wusste ja, das Kind bin ich. So redete Gott zu mir, dass er auch meine Mutter sein will, dass er mich mit mütterlicher Liebe liebt und dass er dieses Loch in meinem Herzen füllen will und kann.

Je nachdem, wie tief die Verletzungen sind, braucht es evtl. auch therapeutische Begleitung, um die Erfahrungen, die man als kleines Kind gemacht hat, aufzuarbeiten und Heilung zu erleben. Das Kind, das sich ungeliebt, abgelehnt, nicht gesehen fühlt, das keinen Trost bekommen hat, das nicht sicher war, ob es überhaupt da sein darf, das deshalb Todesängste ausgestanden hat, das keine Stimme hatte, das nicht zählte, das das Gefühl hat, ich bin falsch, ich bin schuld. Dieses Kind in mir wurde vom himmlischen Vater getröstet und in den Arm genommen, es musste aber auch die Stimme der Mutter hören. Gott will uns beides geben.

In einer Zeit mit ihm schrieb ich einen Vaterbrief, also einen Brief vom Vater an mich, den ich aufschreiben durfte. In diesem Brief sprach Gott nicht als Vater sondern als Mutter zu mir und sprach mir all das zu, was ich von meiner eigenen Mutter verbal oder nonverbal gebraucht hätte. Dies zu hören, aufzuschreiben und immer wieder zu lesen, ist ein weiterer Schritt auf meinem Heilungsweg.

Wenn du hier auch einen Mangel verspürst, darfst du diesen Brief auch für dich nehmen. Gott kann und will wirklich allen Mangel in uns ausfüllen.

Vera



„Mein Kind,
danke dass ich deine Mutter sein darf.
Danke dass ich dich in meiner Gebärmutter tragen durfte.
Nun bist du da. Das ist so schön. Ich freue mich auf das Leben mit dir.
Herzlich willkommen im Leben. Herzlich willkommen in meinem Leben.
Ich will mein Leben mit dir teilen.
Du sollst einen Platz haben in meinem Leben, in meinem Herzen.
Du sollst Raum haben.
Ich will dir auch einen Schutzraum bieten.
Ich will dein Schutz sein.
Ich will um dich sein, dich umarmen, schützen, lieben, hegen und pflegen.
Du sollst bei mir alles bekommen, was du brauchst.
Ich will nicht nur dein Versorger sein.
Ich will dich lieben mit mütterlicher Liebe.
Ich bin der ur-alte Gott (5. Mose 33,27), ich bin Ur-Vater und Ur-Mutter.
Bei mir kann sich – auch im Nachhinein – dein Ur-Vertrauen entwickeln.
Ich sehe dich. Ich habe Interesse an dir. Ich will mit dir kommunizieren.
Ich will mit dir in Beziehung sein.
Ich will dich wiegen, dir Lieder singen, mit dir spielen.
Ich will mich daran freuen wenn du wächst, wenn du erste eigene Schritte gehst.
Ich stille deinen Hunger und deinen Durst.
Du darfst immer wieder zurückkehren an meine Brust (Ps. 131,2).
Du bist meine Tochter / mein Sohn. Du bist ein Teil von mir. Ich halte nichts zurück.
Ich bin der Experte für mütterliche Liebe.
Bei mir bist du „sicher gebunden“.
Von dieser Basis aus kannst du ins Leben starten.
Ich bin stolz auf dich.
Ich bin stolz darauf, dein Papa und deine Mama sein zu dürfen.“

„MEIN Kind, Du kennst doch MEIN Vaterherz, – oder…?!“

Je länger ich mit Abba unterwegs bin, umso vertrauter wird ER mir
– aber auch umso mehr Fragen stellen sich mir.
Ich verstehe bei Weitem nicht alle SEINE Wege und lerne täglich Neues hinzu.
Ja, die meiste Zeit, so empfinde ich, muss der Vater mir beibringen, die Welt mit ganz neuen Augen zu betrachten. ER ist unermüdlich dabei, falsche unzureichende Gedanken und Festlegungen aus mir zu entfernen und dagegen SEINE göttlichen Emotionen und Weisheiten in mich tiefer zu verankern. Es gibt noch so vieles, was ich zuvor ver-lernen muss, damit ich Neues er-lernen kann!

Über 60 Jahre christliche Sozialisation liegen hinter mir. Maßstäbe, Verständnis, Ethik, Moralvorstellungen der westlichen abendländischen humanistischen Kultur haben mein inneres Wertesystem entscheidend mitgeprägt. Schulwissen und Bildung durch jahrelanges Studieren haben nicht nur Wahrheiten in mich gepflanzt. Oben drein kommt noch der Zeitgeist, der mitreden will. Ich bin oft überrascht von manchem wirren Halbwahrheiten und Lügen, die wie Unkraut aus dem Verborgenen meines Unterbewusstseins, aus mir hervorkeimen können. So danke ich dem guten Gärtner meines Herzens, meinem Abba-Vater, für alles Unkrautjäten und für das neue Pflanzen von herrlicher göttlicher Offenbarung! Abba hat SEINEN Baum des Lebens in die Mitte meines Herzensgartens gesetzt. Nun darf ich täglich von den guten Früchten dieses Lebensbaumes essen!

Wer von euch kennt sie nicht, diese Fragezeichen, die sich einstellen wollen, wenn wir wieder einmal etwas auf unserem Lebensweg nicht verstehen können und wir das Elend, durch das wir gerade gehen, absolut nicht mit der Liebe Gottes zusammen bekommen. Wie passen Leiderfahrungen, bittere Enttäuschungen und Traumata zu der Erfahrung der Liebe des Vaters? Und auch beim Bibellesen werden wir auf so manchen inneren Knoten stoßen. Da stellt sich uns die bange Frage: wie lieb ist eigentlich der „liebe Gott“? – wenn wir da vom Zorn Gottes, Gericht am Jüngsten Tag und ewigen Höllenfeuer lesen… Oder wie passt das zu Gottes Barmherzigkeit, wenn ganze Völker in SEINEM Namen ausgelöscht werden sollen. Erscheint unser Gott im AT nicht ganz schön rachsüchtig? Da können schon ein paar erhebliche Zweifel an der Güte unseres Vaters im Himmel auftauchen!

Also, wem es auch so oder ähnlich ergeht, für den habe ich eine Gute Nachricht, direkt aus dem Himmel. Abba-Vater sagt uns, Dir und mir:
MEIN Kind, Du kennst doch MEIN Vaterherz, – oder…?!
ICH bin nicht so grausam und ungerecht, wie es Dir manchmal erscheinen mag. Du müsstest MICH doch mittlerweile besser kennen gelernt haben. Und wenn nicht – dann habe bitte den Mut, Dich neu auf MICH einzulassen, wie ICH wirklich bin. Schau Dir MEIN Herz an. Das kannst Du in MEINEM Sohn Jesus Christus hundertprozentig widergespiegelt sehen.“
Wir dürfen Abbas Vaterherz kennenlernen…mehr und mehr!
So werden wir Ruhe finden in all unseren Fragen, Zweifel und ungelösten Knoten.
Abbas Liebe ist vollkommen, gerecht und gut! ER ist nur gut! ER kann nicht anders!
Wir können IHM voll vertrauen – unter allen Umständen.
Wenn wir also wieder einmal etwas nicht recht verstehen können, weil es auf den ersten (und wohlmöglich tausendsten) Blick nicht mit SEINER Liebe zusammengeht, dann lasst uns daran festhalten und sagen: „Abba, ich kenne doch Dein Herzschlag voller Liebe, Deinen Duft der Güte und die Melodie Deiner Gnade…  und ich weiß, dass alles mir zum Besten mitwirken muss!  Deine Liebe gewinnt immer …ganz gewiss…sie hat das erste und das letzte Wort!“

So seid gesegnet mit vielen neuen und tiefergehenden Erfahrungen und Begegnungen mit der Liebe des Vaters. Wer Abbas Herz kennt, wird gut durch jede Zeitenwende gelangen!

Schalom
Matthias Hoffmann

Das Geheimnis der Tage

                
Schlomo war Töpfer in Nazareth, einem kleinen Ort in Galiläa, dem Norden Israels.

Er liebte es, wenn die letzten goldenen Sonnenstrahlen seine kleine Werkstatt mit Abendlicht erfüllten. Das war die Zeit, in der Hadassa nach Hause kommen würde, um das Abendessen vorzubereiten.

Hadassa war sein einziges Kind und sein ganzes Glück. Dies junge anmutige Mädchen von 14 Jahren  erinnerte Schlomo so sehr an seine verstorbene geliebte Frau Rachel, die viel zu früh vom ihm gegangen war. Hadassa brachte ihrem Vater Licht und Freude in sein karges, oftmals schweres Leben. Sie erzählte ihm von all den Abenteuern und Neuigkeiten, die sie im Laufe des Tages in der kleinen Stadt Nazareth auf ihren Entdeckungs-Wegen sammeln konnte.

In den letzten Tagen hielt sie sich oft im Nachbarhaus bei der Familie von Josef, dem Zimmermann auf. Besonders Josefs ältester Sohn, Jeschua, hatte es seiner Kleinen angetan. Begeistert berichtete sie mehrmals über Josefs Sohn, was der so alles konnte und wusste.

So war es auch heute Abend. Hadassa stürmte in die Werkstatt herein und umarmte leidenschaftlich ihren Vater. „Hallo, Papachen, ich bin wieder Zuhause!“, trällerte sie fröhlich. Schlomo, der noch ganz feucht lehmige Hände vom Töpfern hatte, versuchte sich aus der zärtlichen Umklammerung seiner Tochter sanft zu lösen.

„Mein Täubchen, das ist nicht zu überhören und zu übersehen. Schalom! Schön, dass Du wieder da bist! – Na, was hast Du heute bei Deinem Rabbi erlebt?!“

Schlomo nannte Jeschua, den Sohn Josefs, manchmal scherzhaft „Rabbi“ – weil Jeschua oftmals in der Synagoge dadurch auffiel, dass er die Heiligen Schriften anscheinend besser kannte, als all die gelehrten und weisen Rabbiner zu Nazareth. Man erzählte sich auch in der ganzen Stadt seit vielen Jahren, jene Begebenheit von Jeschuas Bar Mizwa. Damals in Jerusalem habe der junge Mann mit seinem Wissen der Schriften selbst die Gelehrten im Tempel in Staunen versetzt.

Hadassa verharrte bei dem, was sie gerade begonnen hatte fürs Abendessen zu richten und schaute mit ihren herrlich glänzend schwarzen Augen ihren Vater an: „Papachen – ich weiß, er ist ja eigentlich Zimmermann, aber er erlaubt mir bei seinen Arbeiten zu zuschauen und da kann ich einfach all meine Fragen stellen. Du weißt, wie viele Fragen in mir leben…!“ „O ja, mein Täubchen!“ seufzte Schlomo mit gespielter schmerzverzerrter Stimme. „Nun, und was hat dein junger schöner Rabbi von nebenan Dir heute beigebracht?!“, wollte er wissen, und zwinkerte ihr dabei aufmunternd zu.

„O, Papachen, ich liebe es, wie Jeschua die Dinge sieht. Er ist so voller Weisheit und Güte…!“, schwärmte das junge Mädchen. „Ja, ja, und er hat schöne Augen und starke Muskeln an der Oberarmen…!“ beendete der Vater ihren Satz. „Papachen, Du weißt, wie ich das meine!“ entrüstete sich Hadassa mit ebenso gespielter Empörung. „Und außerdem weißt Du genau, das mein Herz nur einem Mann gehört – und das bist Du!“ Mit diesen Worten drückte sie ihrem Vater einen dicken Kuss auf die Stirn. Diese kleinen Plänkeleien gehörten zu ihrem täglichen Hin und Her, was sie beide so gerne mochten und genossen.

„Aber gut, ich werde jetzt meinem armen alten unwissenden Papachen beibringen, was der weise Rabbi Jeschua mich heute gelehrt hat!“ sagte sie und stellte sich dabei keck und aufrecht vor ihn hin.

„Jeschua lehrte mich heute über das Geheimnis der Tage!“

Sie genoss es für einen kleinen Moment in die fragenden Augen ihres Vaters zu blicken, dann fuhr sie fort, und wirkte dabei viel reifer, als sie tatsächlich schon war. „Jeschua sagt: jeder Tag gleiche einem ganzen Leben. Er nannte das, das Geheimnis der Tage. Für uns Juden erstreckt sich die Länge eines Tages von Sonnenuntergang zu Sonnenuntergang. Dahinter liegt ein tiefes Geheimnis des Himmels, so sagt es Jeschua. Adonai, der Allmächtige und Barmherzige, habe uns in Seiner grenzenlosen Weisheit ein Gleichnis geschenkt, das wir an jedem neuen Tag durchleben können. So wie auch unser menschliches Leben im Dunkeln unserer eigenen Erinnerungen begonnen hat, beginne jeder neue Tag im Dunkeln der Nacht. Jeder Morgen, jeder Sonnenaufgang, sei wie eine Geburt. Ein neuer Tag bricht hervor, so wie auch wir aus dem Mutterschoß ins bewusste Leben hervorkommen. Die kühlen und hellen Morgenstunden gleichen der Jugendzeit voller Schaffenskraft. Diese Stunden sind am besten geeignet für die Arbeit. Die Mitte des Tages, wenn die Sonne am Höchsten steht, und die Familie sich im Schatten versammelt, gleicht der Mitte unseres Lebens, wenn wir uns Familie, Beruf und Glaubensleben im Schatten des Allmächtigen erfreuen. Der Nachmittag ist eine angenehme Zeit, nicht zu heiß und nicht zu kühl, gerade recht, um die Früchte der Arbeit zu genießen. Das sei wie im Herbst beim Laubhüttenfest, sagt Jeschua, da dürfen auch wir die Gaben der Ernte feiern. Und dann wird es bald wieder dunkel und die Nacht wird alles mit ihren schwarzen Kleidern zum Schlaf bedecken. Jeschua sagt, so wie wir uns zur Nacht Schlafen legen und wieder ins Unbewusste der Träume gleiten, so werden wir eines Tages die Augen schließen und hinübergleiten in die Wohnung des Höchsten, wo Adonai uns erwartet. – O Papachen, ist das nicht eine herrliche Weisheit Gottes?! Mein Herz ist so glücklich, dort werden wir Mamachen wiedersehen! Eines Tages!“

Schlomo hatte gebannt den Worten seiner Tochter gelauscht und dabei ganz vergessen die Töpferscheibe weiter zu drehen. Der Tonklumpen darauf, war mittlerweile schon wieder in sich zusammengesunken. Tränen standen in seinen Augen, als er sagte: „Da ist Dein Rabbi Jeschua wirklich mit Offenbarung und Weisheit des Ewigen geküsst worden! Ich glaube ich werde morgen auch einmal bei ihm in der Werkstatt vorbeischauen, denn auch ich habe da noch ein paar Fragen..!“ Dann wischte er sich mit seinen schmutzigen Händen die Tränen aus dem Gesicht und sagte: „Meinst Du, es wäre jetzt zu viel verlangt, wenn ich meine weise Tochter darum bitte ihrem, vor Hunger fast sterbenden alter Vater, das Nachtmahl zu bereiten!“

„Aber gerne doch, mein Herrscher und Gebieter!“ sagte Hadassa, schenkte ihm ein verschmitztes Lächeln und ging zur Kochstelle.

Als dann am späten Abend sich Schlomo zum Schlafen hinlegte, musste er an das Geheimnis der Tage denken. Sein Herz wurde froh über die Gewissheit, dass es ein Wiedersehen mit Rachel geben würde. Er betete zu Adonai: „Lehre mich, mein Gott, an jedem neuen Tag, was es bedeutet zu leben und zu sterben! Und danke, dass Du mein Immanuel ist, der immer bei mir sein wird!“

So schloss er die Augen und glitt hinüber in den Schlaf.                         


M. Hoffmann – Mai 2021                         

Bitte, das Allerwichtigste nicht vergessen!

Unser Abba-Vater-Gott ist die Liebe in Person. (1.Jh.4,8)
In Jesus Christus kam ER, um uns zu demonstrieren, wie diese Liebe menschlich nahe aussieht. (Jh.3,16)
Durch Seinen guten Geist will der Vater Seine Liebe in unsere Herzen gießen. (Röm.5,5)
Das größte Gebot ist: Gott lieben, den Nächsten lieben und uns selber lieben. (Mt.22,37-39)
Am Ende der Zeit wird auf der ganzen Welt Liebe fehlen. (Mt.24,12)
Doch Gottes Liebe macht den großen Unterschied; darum gibt es nichts Wichtigeres für uns zu tun, als uns zuerst von IHM lieben zu lassen…solange bis wir überfließen mit Seiner Liebe (1.Jh.4,19)
Wir sind erst wirklich Jesu Jünger, wenn wir in Seiner Liebe bleiben und Seine Liebe in uns bleibt.  (Jh. 15,9)
Wir werden als Christen an dieser Liebe Gottes erkannt (Jh.13,13)
Die Agape-Liebe Gottes ist und bleibt das Größte und Wichtigste für alle Zeiten. Denn Gottes Liebe wird gewinnen! (1.Kor.13,13)
So – und dann leben wir in einer verrückten Zeit, wie der unsrigen heute.
Da werden Journalisten und Politiker mit Hass-Mails und Morddrohungen überschüttet. Das Internet ist voll mit polarisierenden Meinungsäußerungen. Da geht es hart zur Sache. Was ist nun Fake, was ist die Wahrheit? Wer blickt da noch durch? Wer hat denn nun recht? Gemeinden spalten sich an Fragen, wie: Mundmaske-tragen ja oder nein? Impfen ja oder nein? Populistische Propaganda ist überall auf dem Vormarsch. Auf allen Kanälen der Medien werden wir damit dauer-beschallt. Und selbst auf der großen Bühne der Weltpolitik scheinen die ohnmächtigen Mächtigen nicht mehr fähig, einander respektvoll zu behandeln. Ebenso findet eine Verrohung in Worten und Gewalttaten in Ehe und Familie, Nachbarschaft und Privatbereich statt. Was ist nur passiert, wenn etwa Polizisten und Sanitäter um ihr Leben fürchten müssen, wenn sie nur ihren Dienst nachgehen wollen?

Hier zerbricht gerade etwas vor unser aller Augen!
Wir erleben mit Erschrecken, wie das prophetische Wort Jesu in Erfüllung geht:
Und die Liebe wird erkalten!
Das geschieht in unserer Gesellschaft, hier  in Deutschland und weltweit – aber leider auch unter den Christen in den Gemeinden.

Doch wir sollten es besser wissen: Das Allerwichtigste ist die Liebe Gottes!
Lasst uns lieben, denn der Vater hat uns zuerst geliebt! Einen anderen Auftrag haben wir nicht. Lasse Dich füllen mit Seiner Agape-Liebe, bis Du überläufst. Dann können wir sogar „die Feinde“ lieben. Du sagst, Du hast keine Feinde?! – Dann überleg mal bitte, welcher Politiker, oder Mensch in Deiner Umgebung oder wohlmöglich Du selbst, Dir mächtig auf den Keks geht?!
Da fängt nämlich Feindes-Liebe an. Wenn ich meine Hände zum Gebet erhebe, dann habe ich keine Hand mehr frei zum Fingerzeigen. Und wenn ich jemanden in Liebe herzlich umarme (passt auf, diese Zeiten werden wieder kommen!), dann habe ich keine Möglichkeit mehr, zu zuschlagen!

Jesus, Gottes Vaterherz in Person, sagt: Niemand hat größere Liebe, als derjenige, der sein Leben für die Freunde opfert. Aber ER, Jesus, starb für uns alle, als wir noch Feinde Gottes waren. Seine Feindesliebe hat uns das Leben gerettet. Eine größere Liebe und Macht gibt es nicht. Nur Gottes Liebe kann die Welt retten! Sie ist und bleibt das Allerwichtigste!!!

Bitte lasst uns das niemals vergessen, auch als Vaterherz-bewegte Menschen!

In Seiner großen Liebe verbunden

Eurer Matthias Hoffmann
April 2021

Eins aber weiß ich!

Fabian war 12 Jahre alt und er liebte es enorm, seinen alten Großvater zu besuchen.
Ihr müsst wissen, das war ein ziemlich weiser Mann, so fand es jedenfalls Fabian. Mit Opa konnte man super reden, denn der hörte richtig gut zu. Er unterbrach einen nicht einfach, so wie die anderen Erwachsenen das oftmals taten. Und er hatte auch nicht immer auf alles gleich eine passende Antwort. Manchmal überlegte er ziemlich lange, bevor er überhaupt irgendetwas sagte. Bei Opa fühlte sich Fabian verstanden mit all seinen vielen Fragen und unfertigen Gedanken. Ja, Fabian liebte seinen Opa.

Es war also wieder Mal soweit. Fabian war in den Ferien bei seinem Großvater zu Besuch. Meistens werkelten sie dann im Haus oder draußen im Garten herum, bastelten und schraubten an irgendwelchen alten Teilen oder saßen genüsslich im Schatten auf der Bank unter dem uralten Apfelbaum. Der Baum muss bestimmt auch so alt sein, wie Opa, dachte Fabian bei sich selbst, als er in das knorrige Geäst emporblickte.

Da fiel ihm wieder die Frage ein, die er seinem Opa unbedingt stellen wollte:
„Opa, woher kommen wir Menschen eigentlich? In der Schule wurde erzählt, dass alles mit einem Urknall begann. Und seitdem entwickelt sich alles weiter. Irgendwann gab es dann auch uns Menschen. Die sagen, wir stammen von den Affen ab und dass das Leben auf unserer Erde ein glücklicher Zufall ist. Aber in ein paar Milliarden Jahren wird die Sonne aufhören zu scheinen und dann ist hier sowieso wieder alles zu Ende. Glaubst Du das auch?“

Der alte Mann räusperte sich verlegen, kratzte sich genüsslich hinterm Ohr und dann schwieg er für eine ziemlich lange Weile. Indessen saß Fabian geduldig neben ihm und versuchte nicht genervt drein zu schauen. Schließlich wusste er aus eigener Erfahrung, dass man mit Ungeduld bei Opa aber auch gar nichts bewirken kann. Der ließ sich nämlich nicht drängeln. Opa pflegte dann immer nur zu sagen: „Junger Mann, nicht so eilig bitte. Ein alter Mann ist auch kein D-Zug. Und außerdem besitze ich alle Zeit der Welt – schließlich bin ich ja Rentner!“ Und damit war dann jedes Mal alles gesagt.

Also wartete Fabian geduldig auf eine Antwort.
Nach einer gefühlten Ewigkeit schaute Opa ihn an und begann:
„Mann, o Mann, was die klugen Leute heutzutage alles nur so wissen. Das ist schon beeindruckend. Ja, ich habe auch von solchen interessanten Theorien gehört. Aber, Junge, wer soll das schon wirklich wissen. Schließlich ist kein Mensch so alt, dass er selber hätte dabei sein können. Doch, wenn ich ein wenig nachsinne und auf den reichen Schatz meiner Lebenserfahrungen zurück blicke, dann muss ich dir sagen: ich habe in meinem langen Leben noch nie erlebt, dass irgendetwas ganz von alleine entstanden ist oder sich weiterentwickeln konnte. Zum Beispiel da, der alte Rasenmäher. Erinnerst du dich, wie wir ihn letztes Jahr auseinandergenommen haben, um ihn zu reparieren.
Also das Ding hat sich weder selbst erfunden, noch selbst gebaut. Ich konnte es bestenfalls ein wenig auseinanderschrauben und nach dem Defekt suchen. Das Teil konnte sich auch nicht alleine reparieren, dazu brauchte es unsereinen. Ich will damit sagen: ich weiß nicht allzu viel – eins aber weiß ich…
Diese  Welt ist kein Zufall! Einer hat sie wunderbar gemacht und ER hält alles in Gang. Auch wir Menschen sind etwas ganz besonderes, finde ich. Wir haben das, was kein anderes Lebewesen besitzt. Wir haben ein Bewusstsein, Gefühle, Gewissen und Verstand.“

Die Antwort gefiel Fabian gut. Das ermutigte ihn gleich weiter zu fragen.
„Opa, und gibt es ein ewiges Leben nach dem Tod? Ich meine, was passiert, wenn wir sterben? Die einen stellen sich vor, dass wir dann total weg sind und alles vorbei ist. Andere glauben, dass da noch was kommt. Himmel oder so? Was glaubst du?“
Wieder schwieg der alte Mann lange, bevor er weitersprach:
„Junge, Junge, du stellst gute Fragen! Tja, da macht sich wohl jeder so seine eigenen Gedanken, schätze ich mal. Ich weiß nicht allzu viel, –  eins aber weiß ich…
Wenn heute Abend die Sonne untergehen wird, dann ist sie zwar hier nicht mehr zu sehen, aber sie ist nicht wirklich weg. Sie ist nur weitergezogen und geht woanders wieder auf.“

Dieses Mal schwieg Fabian auch für einige Minuten und dachte über Opas Antwort nach, bevor er schließlich seine dritte und letzte Frage stellte:
„Opa, unser Lehrer sagt immer: Wir leben, um unaufhörlich weiter zu lernen! Das würde nie enden. Das ist der wahre Grund für uns alle, hier auf der Welt zu sein, sagt er jedenfalls! Was denkst Du darüber?“
Für die letzte Antwort brauchte Opa keine lange Bedenkzeit.
Schnell und entschlossen antwortete er:
„Fabian, dein Lehrer muss ein wirklich kluger Kopf sein, was der so alles weiß. Ich bin ja nur ein einfacher Mann. Ich weiß nicht allzu viel – eins aber weiß ich…
Wenn ich eines Tages sterben werde, dann möchte ich nicht, dass man auf meinen Grabstein schreibt: „Nur Mühe und Arbeit war sein Leben!“ – aber auch nicht: „Er lebte nur, um zu lernen!“  – Ich glaube, dass Mein Schöpfergott mich – und auch dich und alle anderen Menschen – mit voller Absicht erfunden hat. Von IHM komme ich her, und zu IHM werde ich eines Tages gehen. Und in der Zwischenzeit, damit meine ich mein ganzes langes und doch so kurzes Dasein hier auf der Welt, lebe ich, um zu lieben. Die Liebe ist das Größte, Schönste und Wichtigste. Ja, ich glaube, wir Menschen sind für die Liebe gemacht! Gott zu lieben, den anderen zu lieben und auch unser eigenes kleines Leben in Liebe zu umarmen – das ist wozu ich lebe!“

So saßen beide noch lange Zeit gemeinsam auf der Bank unter dem Apfelbaum und schauten glücklich und zufrieden vor sich her. Sie schwiegen mit einander, denn alles Wichtige war bereits gesagt

Matthias Hoffmann
April 2021



Tiefe Wunden werden heil

Als Ältester von 4 Jungs bin ich in einem gläubigen Elternhaus aufgewachsen. So habe ich schon als kleiner Junge viel von Jesus gehört. Das erste Mal entschied ich mich schon mit 5 Jahren voller Freude für ein Leben mit Jesus.
Mein Vater war sehr jähzornig. Als Ältester war ich immer schuld, wenn es Streit unter uns Brüdern gab. Mein Vater schlug mich sehr oft und ich hatte ständig Angst vor ihm. Er ging auch gewaltsam mit meiner Mutter um und so versuchte ich, ihr Beschützer und Trost zu sein, obwohl ich noch ein Kind war. Das hinterließ tiefe Wunden in meiner Seele. Bis heute beeinflusst es manche Situation meiner Ehe und auch in anderen Beziehungen.
Während eines „TEAM F- Seminars“ in den achtziger Jahren führte ein Seelsorgegespräch dazu, dass ich meinem Vater vergeben konnte. Das war sehr schmerzhaft. Es dauerte sehr lange, den vollen Namen meines Vaters auszusprechen und ihm im Namen von Jesus zu vergeben. Als ich damals während des Seminars gesegnet wurde, erlebte ich das erste Mal Vaterliebe. Ein paar Jahre später konnte ich mich mit meinem Vater versöhnen.
Ich fing an, SEINER Liebe zu vertrauen. Doch der Waisengeist in mir war noch sehr aktiv. Ich lebte noch ständig in Angst, zu kurz zu kommen. Obwohl ich mich nach Nähe sehnte, konnte ich sie ganz oft nicht zulassen. Das blieb nicht ohne Folgen für meine Familie. Besonders meine Frau litt sehr darunter. Sie war selbst auf der Suche nach Vaterschaft und durchlebte eine tiefe Krise. Als sie verändert und glücklich von einer Vaterherzschule zurückkam, entschloss ich mich 2010, auch eine Vaterherzschule zu besuchen. In diesen Tagen wurde mir bewusst, wie viele Defizite ich noch in meinem Leben hatte. Gleichzeitig erfuhr ich jeden Tag ein Stück tiefer, wie wunderbar, heilsam und befreiend Papas bedingungslose Liebe zu mir immer noch ist.

Ich besuchte weitere Vaterherzveranstaltungen. Eine Vaterherzschule in Reichenbach gab mir neuen Schub auf meiner Reise näher an SEIN Herz. Thomas Hascher segnete mich und bat mich, meinen Kopf auf seine Schultern zu legen. Mir wurde bewusst, dass ich noch immer große Probleme damit hatte, mich umarmen zu lassen. Doch ich wagte es und erlebte eine tiefe Berührung. Warme Hände legten sich ganz sanft und vorsichtig um mich. Mir liefen die Tränen. Dann konnte ich mich noch rückwärts auf Matratzen fallen lassen. Es war für mich so, als wenn ich mich in die Arme des Vaters fallen gelassen hätte. Diese warmen Vaterhände spürte ich noch sehr lange.
Mein Herz brennt dafür, noch viele Menschen mit dieser wunderbaren Vaterliebe anzustecken.
Johannes