Vom Ringen um das Leben

Seit meine Mutter vor 5 Jahren gestorben ist, wache ich gefühlt jede Nacht auf und grüble über den misslungenen Abschied. Ich bin traurig und fühle mich schuldig, weil ich ihr am Ende nicht so beistehen konnte, wie es in meinen Augen gut gewesen wäre. Nach und nach wird mir bewusst, Gott klagt mich nicht an. Da ist keine Verdammnis in Jesus, und ich darf mir vergeben. Aber es verfolgt mich. Aus eigener Kraft kann ich mich nicht lösen. „Vater, Jesus, Heilige Geist, bitte hilf!“

Voller Hoffnung fahre ich zu einem Treffen von Vaterherz bewegt. So oft ist der Vater mir in der Gemeinschaft mit Geschwistern begegnet, hat mir Lasten abgenommen und mich zum Leben freigesetzt.

Unser letzter Abend ist gekommen. Wir feiern Jesus, Abba und Heilige Geist, Drei in Einem. Ich lasse mich mitreißen in die Anbetung. Gott wohnt im Lobpreis seines Volkes! Bei Ihm fühle ich mich geborgen.

Es wird ein Eindruck weitergegeben. Wer in besonderer Weise mit der Macht des Todes konfrontiert wurde oder Menschen verloren hat, solle sich unter der großen weißen Fahne versammeln, weil der Vater uns begegnen will.

Ich bin erstaunt, wie viele wir sind. ER berührt unsere Herzen. Obwohl ich nichts fühle, weiß ich, ich bin versöhnt!

Am nächsten Morgen sitze ich mit Rolf bei einer Tasse Kaffee im Bett. Ich habe gut und erholsam geschlafen – so gut wie lange nicht. Wir philosophieren darüber, wieviel Macht der Tod hat, wie sehr er uns Menschen zusetzen kann und wie erfolgreich er von Jesus besiegt worden ist.



Gerade führe ich aus: „Ach weißt du Rolf, eigentlich ist Jesus nicht mächtiger als der Tod. Er ist die Macht! Das ist eine andere Dimension! Dagegen ist der Tod machtlos!“, da steigt in dem „Himmelsloch“, zwischen den Ästen der Weide vor unserem Schlafzimmerfenster, ein grasgrüner Heißluftballon auf, fliegt auf mich zu, bis er das Loch ganz ausfüllt, bleibt ein bisschen und bewegt sich dann wieder in die Richtung, aus der er gekommen ist… –
…als wollte Abba ein Ausrufezeichen hinter meine Worte setzen.

Seitdem ist „grasgrüner Heißluftballon“ mein ganz persönliches Synonym für Hoffnung.
Christine

Dort zu sein, wo Gott uns hinführt

Von Zeit zu Zeit lasse ich mein Leben in der Gegenwart des Vaters Revue passieren und ich kann es kaum glauben – schon gar nicht mit meinem Verstand erfassen – was mein himmlischer Papa daraus gemacht hat. Für mich ist das ein Wunder.

So auch das Jahr 2021, das ja bald zu Ende geht. Es war für mich ein sehr segensreiches Jahr, in dem Gott mich sehr nah an sein Herz gezogen hat – ganz besonders im ersten Halbjahr. Papa hat mich herausgefordert neue /tiefere Wege zu gehen. Um es mit anderen Worten zu sagen: Er hat mich herausgefordert im Strom seiner Liebe zu schwimmen, keinen festen Grund/Sicherheit mehr unter den Füßen zu haben (s. Hesekiel 47, 1-12).

Auch wurde meine Berufung bei einem Vaterherzseminar in einem persönlichen Gebet nochmals bestätigt. Das hat mich total überrascht und ermutigt, zumal die betende Person nichts von meiner Berufung wusste.

Weiterhin hat Gott mir aufs Herz gelegt, für Kranke um Heilung zu beten – eine weitere große Herausforderung für mich. 

So sah ich im Geist lauter Mosaiksteine, die zu einem großen vollendeten Bild zusammengefügt wurden. In den Wegen unseres himmlischen Vaters zu wandeln, ist nicht immer ganz einfach für uns Menschen, aber ich habe gelernt und bin immer noch dabei, ihm immer mehr zu vertrauen.

„Es ist immer besser dort zu sein, wo Gott uns hinführt, als dort, wo wir waren oder herkommen.“ Dieser Satz hat sich in mein Herz eingeprägt.

Ich persönlich bin davon überzeugt, dass diesen Segenszeiten oft Wüsten-/Dürrezeiten vorausgehen – so jedenfalls bei mir. In diesen Wüstenzeiten arbeitet Papa sehr viel im Verborgenen. Deshalb bin ich Gott für solche Dürrezeiten mittlerweile sehr dankbar, auch wenn diese Lebensphasen sehr hart sind. Aber ohne diese schweren Zeiten würden wir kein Wachstum erfahren. Ich denke, einige von euch können mir da beipflichten.

Heute, am 12.11 2021, der Tag, an dem ich diesen Text verfasse, hat Papa mich noch auf einen Bibeltext aufmerksam gemacht. Vielleicht nehmt ihr euch mal eine Zeit mit Papa und lest diesen Text aus 2. Mose 33, 12-17. Ich finde in diesem Fall die Übersetzung der „Guten Nachricht“ sehr gut. Diese Worte haben mein Herz tief berührt, weil sie so wahr und wichtig sind.

Am Anfang dieses Textes bittet Mose Gott, mitzukommen in das verheißene Land.
Am Schluss erfüllt Gott diese Bitte mit dem Hinweis:
“…weil du in meiner Gunst stehst/Gnade gefunden hast und mein Vertrauter bist“.  
Ich, für meinen Teil, will das vor uns liegende, verheißene Land einnehmen……….
………. wenn ER mitgeht – sonst nicht.

Und ER wird mitgehen, viel mehr noch: ER wird uns führen und leiten durch seinen Heiligen Geist, weil ER für uns ist und uns unendlich liebt.

Ich würde mich freuen, wenn du mitgehst, wenn wir gemeinsam mitgehen in das verheißene Land – jeder mit seinen von Gott gegebenen Gaben.

Gott selbst wird uns führen, so wie er die Israeliten geführt hat, des Nachts durch eine Feuersäule und des Tags durch eine Wolkensäule. So wollen wir mutig und stark mit unserem Gott und Vater vorwärts gehen, denn wie bereits erwähnt:
„Da, wo ER uns hinführt, ist es immer besser, als dort, wo wir waren oder herkommen.“

Seid gesegnet

In Liebe Euer Bruder Manni Mäh

Berufen zur Königstochter

Seit ich mit unserem Papa unterwegs bin ist es eine große Sehnsucht von mir, in diese Berufung tiefer hineinzukommen und mich von IHM mehr und mehr in diese Wahrheit hineinlieben und hineinführen zu lassen.

Bei einer Vaterherzkonferenz vor vielen Jahren erlebte ich das erste Mal tiefe, heilsame Berührungen von ABBA hierzu in meinem Herzen. ER begann damals 2011 schon, ganz viel Wertschätzung und Würde aus SEINEM Herzen in mein Herz einzuziehen. Daraufhin gelang es mir mehr und mehr mich neu sehen zu lernen und mich selbst mehr und mehr annehmen und umarmen zu können.

Bis heute ist der Vater mit mir an diesem Thema drangeblieben. Ich spüre: Papa wünscht sich so sehr, dass ich meinen Wert von IHM her tiefer begreife, erlebe und dass ich in diesen königlichen Stand, den ER mir vom Zeitpunkt meiner Geburt zugedacht hatte, hineinfinde und aus diesem heraus lebe.

Wenn ich von meiner Biographie ausgehe, fühlte ich mich als alles andere – nur nicht als Königstochter.
In meiner Kindheit fehlten Zuspruch, Zuwendung, Ermutigung, so vieles aus dem ein gesunder Selbstwert hätte entstehen können. So gerne wäre ich doch Papa ´s herrliche wunderschöne kleine Prinzessin gewesen und hätte seine wertschätzenden Worte gehört.
Kurzum: ich fühlte mich nicht als eine Prinzessin, sondern viel eher als Aschenputtel.

Leider waren meine Eltern als Kriegskinder mit dem Wiederaufbau zu sehr beschäftigt und aufgrund ihrer eigenen Verletzungen und Kriegstraumata gefangen in ihrer eigenen Welt. Sie konnten uns Kindern nicht viel geben. An diesem Punkt bin ich sehr froh, dass ich mittlerweile viel Heilung erleben durfte und von Herzen vergeben konnte.

Ein Seelsorger hat mal zu mir gesagt:“ Sie sind halt ein Mangelkind.“
Doch ich erlebe seit Jahren und in letzter Zeit in zunehmendem Maße: „NEIN, ICH BIN EIN KÖNIGSKIND !“

Seit vielen Monaten hatte ich aufgrund der Diagnose „Entwicklungstraumata“ sehr intensive Therapiezeiten, wo der Papa erst mal meine Kleine, mein inneres Kind, mehr und mehr zu einer Prinzessin hat werden lassen. Ich verstand: „Aha, um eine Königstochter werden zu können, muss meine Kleine zunächst noch in den Stand einer Prinzessin hineinkommen.“

Papa geht mit mir zurück in die Zeiten der Kindheit um mich wiederherzustellen, damit ich die werden kann, die ER von Anfang wollte: „SEINE einzigartige und würdige Königstochter. Für Papa gibt es keine Grenzen über Raum und Zeit. ER kann auch rückwärtig heilen. Das durfte ich und darf es auch heute noch wieder und wieder erleben.

Ich durfte in vielen heilsamen und wiederherstellenden Begegnungen während der Therapiesessions mit Jesus, Papa und dem Hl. Geist erleben, wie wertschätzend und liebevoll die Drei der Kleinen begegnet sind. Und es begann sich tief etwas zu verändern. Die Kleine bekam viel neuen Mut und konnte zunehmend aufstehen und begann ihren neuen Platz als Prinzessin einzunehmen.
Das bedeutet ganz praktisch, dass Wege aus der Depression und Hilflosigkeit möglich geworden sind hinein in neue Handlungs- und Gestaltungsfähigkeiten für mein Leben. Ich lerne auch zunehmend gut für mich zu sorgen, für mich einzustehen und auch nötige Grenzen zu setzen.
Das hat etwas damit zu tun, dass eine Königstochter aussteigen darf von falschen Abhängigkeiten, von Überfürsorglichkeit, aus Überverantwortung, aus ständigem Kümmern um die Anderen. Sie ist dazu geboren zuerst in inniger Beziehung mit Ihrem Vater zu sein, sich von IHM versorgen zu lassen, IHM zu vertrauen und dann in dieser Autorität und Würde die sie vom Vater von Jesus und vom Hl. Geist bekommt fest zu stehen und in dem zu laufen, was Papa für sie vorbereitet hat.
Sie weiss, dass sie weiss, dass sie weiss, dass sie besonders kostbar und einzigartig ist und dass sie vom Papa höchstpersönlich geadelt, geehrt und mit Würde und Wert versehen wurde und ist.


Jetzt im September ist der Papa mit mir wiederum nächste Schritte in diesem Prozess weitergegangen. ER hat über den Text in Jesaja 52 ganz deutlich zu mir gesprochen: „Steh auf, schüttle den Staub ab. Setz dich wieder auf deinen Thron meine Königstochter. Wach auf, wach auf, zieh an deine Stärke. Zieh dein Festkleid an.“
Gleichzeitig erlebte ich, wie der Papa mir wie bei einer würdigen Krönung eine breitere Krone aufsetzte und sagte: „die hält besser, das ist jetzt deine und es werden noch viele Edelsteine dazu kommen.“

Alleine schon das hat mich tief berührt! Doch dann hatte ich noch ein ganz praktisches einzigartiges Erlebnis mit IHM hierzu:

Ich besitze schon einige Jahre einen Ring mit einer Krone und einer Perle in der Mitte. Zunehmend verlor die Perle ihren Glanz und irgendwann kam unter der feinen Perlmuttschicht eine Plastikperle zum Vorschein. Also dieser Ring entsprach nicht mehr meinem Wert und er war auch sehr matt und angelaufen. Darüber habe ich mit dem Papa gesprochen und auch meinen Wunsch nach einer neuen Perle geäußert.
Bei einem Besuch in der Stadt wurde klar (war nicht geplant), dass es um die Ecke einen Goldschmied gäbe, der sich des Ringes annehmen könnte. „Fragen kostet nichts“, dachte ich und zeigte den Ring diesem Goldschmied und bat ihn um seinen Rat und um einen Kostenvoranschlag.
Dann passierte folgendes: Als ob er mich nicht gehört hätte, begann er an dem Ring zu arbeiten. Er löste die unechte und unschöne Perle aus dem Ring, begann diesen zu säubern und zu polieren und suchte in seinem Perlensäckchen nach einer neuen passenden Perle.
Ich bekam leichte Schweißausbrüche und wies ihn ganz deutlich auf die Summe hin, die ich maximal in der Lage war hierfür zu bezahlen. „Ja, es sei alles ok, er würde mal schauen“, meinte er daraufhin und arbeitete weiter mit Hingabe an dem Ring. Wir unterhielten uns sehr nett und ich hoffte inständig, dass er meine Worte wirklich gehört hatte.
Als er fertig war hielt er mir einen wunderschön glänzenden Ring mit einer echten schimmernden Salzwasserperle entgegen und meinte: „Geben Sie mir hierfür 20 EUR Taschengeld für meinen Sohn.“

Als ich das Geschäft verließ begann ich wahrzunehmen, was da gerade passiert war und ich musste über so viel Liebe, Wertschätzung und mir dadurch zugesprochener Würde von Papa durch dieses Erlebnis erst mal tief berührt weinen.

ER meint es ernst: Ich bin / Ihr seid dazu bestimmt aufrecht mit einer königlichen DNA unterwegs zu sein. Ich bin / Ihr seid auserwählt und berufen, diesen königlichen Stand Schritt für Schritt einzunehmen. Papa möchte jeden von uns als seine herrlichen Königskinder ehren und adeln.

Dieses Erlebnis und was Papa hier an meinem Herzen getan hat berührt mich tief und es ist ein Vorrecht für mich das heute mit Euch zu teilen.

Susanne

GEMEINSCHAFT der Erwartungsvollen

Exodus und Metamorphose der Gemeinde Jesu in unseren Tagen

Autor: Matthias Hoffmann
Preis: 13,00
ISBN:  978-3-955-78395-2
Leseprobe: hier
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Beschreibung:
Wir beobachten aktuell und weltweit, dass Menschen zu Tausenden ihre bisherigen kirchlichen Strukturen verlassen. Die globale Corona-Pandemie hat diese Entwicklung noch verstärkt. Ein Exodus hat begonnen.

Ein Kuss aus dem Himmel

Ich bin immer wieder fasziniert, was unser Vater im Himmel sich so alles einfallen lässt, um uns zu illustrieren, wie sehr er uns liebt. Als hätte er überhaupt nichts anderes zu tun, nimmt er sich die Zeit, unseren tiefsten Herzenswünschen zu begegnen.

Letztes Jahr im Herbst war ich über ein Wochenende zu meinen Freunden in den Harz eingeladen worden. Einige Freundinnen wollten dort mit mir zusammen meinen 60. Geburtstag nachfeiern. Ja, stellt Euch vor, ich bin doch tatsächlich schon 60 Jahre jung geworden. Ich fühle mich zwar noch immer wie 27, aber mein Geburtstag sagt was anderes. Der Vorteil ist, ich kann jetzt mit der Senioren-Bahncard Zug fahren. 🙂

Eigentlich wollte ich diesen speziellen Geburtstag mal so richtig feiern, da ich meistens zu Geburtstagsanlässen auf Reisen bin und diesmal hätte es zusätzlich zu einem genialen Geburtstag auch geographisch gepasst. Ich wäre tatsächlich, auch ohne Covid-19, ausnahmsweise mal in Deutschland gewesen.

Aber Covid-bedingt fiel eine große Feier flach und verlagerte sich auf 4 kleinere, spontane Einladungen von unterschiedlichen Freundinnen, sodass dieser Geburtstag unvergessen bleibt mit vielen wunderbaren Erinnerungen.

Ich durfte schon Wochen vorher ein paar Wünsche äußern, was ich gerne an dem Wochenende machen würde. Eine Sache, die ich mir wünschte war: nachts bei uns auf der Dach-Terrasse bei sternenklarem Himmel mit Sekt anzustoßen!

Nichts leichter als das, oder? Als wir am Abend essen gingen, machten wir, noch bei Tageslicht, geniale Fotos in einen ziemlich schwarzen Himmel hinein, wo trotz allem ein super Sonnenuntergang zu sehen war. Ich dachte mir: Sterne ade! Vielleicht müssen wir sogar mit Regenschirm aufs Dach. Das wäre natürlich extrem schade.

Als wir uns dann zu später Stunde aufs Dach begaben, konnte ich es kaum glauben: sternenklarer Himmel und keine Wolken mehr. Wow! Das war ja wirklich obergenial!
Ich war zutiefst berührt. Spontan sagte ich zu meinen Freundinnen: „Das Einzige, was jetzt noch fehlt, ist eine Sternschnuppe!“ Die Mädels lachten: „Sternschnuppen um diese Jahreszeit gibt es hier nicht!“
Plötzlich schrien eine meiner Freundinnen und ich zeitgleich: „Eine Sternschnuppe! Eine Sternschnuppe!“
Das war der absolute Hammer! Gerade hatte ich noch gesagt, das wär’s noch, jetzt noch eine Sternschnuppe, und prompt schoss eine über den Himmel.

Die anderen beiden Mädels konnten es gar nicht glauben und meinten, das hätten wir uns eingebildet. Aber wir wussten, was wir gerade gesehen hatten.
Es war für mich wie ein Kuss aus dem Himmel. Ein Geburtstagsgruß von Papa
Ich war tief berührt!

Als hätte er nichts anderes zu tun, als den Himmel an meinem 60. Geburtstag am Abend aufklaren zu lassen und dann noch eine Sternschnuppe hinterher zu schicken, weil ich sie mir spontan noch dazu wünschte. 🙂

So ist unser Papa! Er liebt uns bedingungslos, überschwänglich und verschwenderisch und ist immer für eine Überraschung gut.

Karin

Jolima und der Weg nach Immergrün

Eine berührende Geschichte über den Mut,…

Autor: Inka Hammond
Preis: 14,99
ISBN:  978-3-417-28893-3
Leseprobe: 
Kaufen: SCM-Shop

Beschreibung:
Jolima führt ein trübseliges Leben im Land Immergrau – bis der König von Immergrün alle Töchter in sein Land ruft!

Die Mutterliebe Gottes

Ich bin in einer ganz normalen Familie aufgewachsen. Trotzdem fehlte etwas Grundlegendes. Meine Mutter war immer da, aber es gab nie eine wirkliche Beziehung zwischen uns. Ich zähle zu der Generation der „Kriegsenkel“; meine Eltern haben als Kinder die Flucht aus Ostpreußen erlebt und waren wahrscheinlich traumatisiert. Ob aus diesen oder anderen Gründen, manche Menschen haben keine echte Beziehung zum eigenen Vater erlebt, andere zur Mutter. Beides kann massive Auswirkungen haben.

Ich war immer sehr angepasst und sehr leistungsbezogen. Ich habe versucht, mir mein Lebensrecht durch Bravsein und Fleißigsein zu verdienen. Ich wurde zu einer depressiven Perfektionistin.
Dann begegnete mir Gott. In einer depressiven Phase rollte ich mich wie in Embryohaltung auf dem Sofa zusammen und auf einmal umgab mich die Liebe des Vaters und ich fühlte mich wie auf seinem Schoß. Ab diesem Moment wurden die Depressionen weniger.

Die Beziehung zu meiner Mutter blieb schlecht. Ich lernte die Vaterherzbewegung kennen, aber mein Herz schrie nach Mutterliebe. Irgendwann fing ich an zu formulieren und einzufordern, was mir fehlte. Warum wurde so viel vom liebenden Vater erzählt, aber so wenig von einem mütterlichen Gott? Warum gab es so viele Bibelstellen, die von Gott als dem Vater erzählten, und anscheinend so wenige, die von seiner Mutterliebe sprachen? Gott nahm mich ernst in meiner Not.

Ein Beispiel: Ich war auf einer Vaterherzkonferenz. Dort gab es einen Maler, der während der Lobpreiszeit Bilder malte. Ich sah auf seinem Bild einen Erwachsenen mit einem Kind an der Hand – na klar, mein himmlischer Papa und ich. Das sprach mich an, das tat mir gut, so kannte ich Gott. Am Ende der Veranstaltung ging ich nach vorne, um das Bild näher anzusehen. Ich wäre fast hintenüber gefallen, als ich sah, dass es kein Mann, sondern eine Frau war, an deren Hand das Kind ging. Und ich wusste ja, das Kind bin ich. So redete Gott zu mir, dass er auch meine Mutter sein will, dass er mich mit mütterlicher Liebe liebt und dass er dieses Loch in meinem Herzen füllen will und kann.

Je nachdem, wie tief die Verletzungen sind, braucht es evtl. auch therapeutische Begleitung, um die Erfahrungen, die man als kleines Kind gemacht hat, aufzuarbeiten und Heilung zu erleben. Das Kind, das sich ungeliebt, abgelehnt, nicht gesehen fühlt, das keinen Trost bekommen hat, das nicht sicher war, ob es überhaupt da sein darf, das deshalb Todesängste ausgestanden hat, das keine Stimme hatte, das nicht zählte, das das Gefühl hat, ich bin falsch, ich bin schuld. Dieses Kind in mir wurde vom himmlischen Vater getröstet und in den Arm genommen, es musste aber auch die Stimme der Mutter hören. Gott will uns beides geben.

In einer Zeit mit ihm schrieb ich einen Vaterbrief, also einen Brief vom Vater an mich, den ich aufschreiben durfte. In diesem Brief sprach Gott nicht als Vater sondern als Mutter zu mir und sprach mir all das zu, was ich von meiner eigenen Mutter verbal oder nonverbal gebraucht hätte. Dies zu hören, aufzuschreiben und immer wieder zu lesen, ist ein weiterer Schritt auf meinem Heilungsweg.

Wenn du hier auch einen Mangel verspürst, darfst du diesen Brief auch für dich nehmen. Gott kann und will wirklich allen Mangel in uns ausfüllen.

Vera



„Mein Kind,
danke dass ich deine Mutter sein darf.
Danke dass ich dich in meiner Gebärmutter tragen durfte.
Nun bist du da. Das ist so schön. Ich freue mich auf das Leben mit dir.
Herzlich willkommen im Leben. Herzlich willkommen in meinem Leben.
Ich will mein Leben mit dir teilen.
Du sollst einen Platz haben in meinem Leben, in meinem Herzen.
Du sollst Raum haben.
Ich will dir auch einen Schutzraum bieten.
Ich will dein Schutz sein.
Ich will um dich sein, dich umarmen, schützen, lieben, hegen und pflegen.
Du sollst bei mir alles bekommen, was du brauchst.
Ich will nicht nur dein Versorger sein.
Ich will dich lieben mit mütterlicher Liebe.
Ich bin der ur-alte Gott (5. Mose 33,27), ich bin Ur-Vater und Ur-Mutter.
Bei mir kann sich – auch im Nachhinein – dein Ur-Vertrauen entwickeln.
Ich sehe dich. Ich habe Interesse an dir. Ich will mit dir kommunizieren.
Ich will mit dir in Beziehung sein.
Ich will dich wiegen, dir Lieder singen, mit dir spielen.
Ich will mich daran freuen wenn du wächst, wenn du erste eigene Schritte gehst.
Ich stille deinen Hunger und deinen Durst.
Du darfst immer wieder zurückkehren an meine Brust (Ps. 131,2).
Du bist meine Tochter / mein Sohn. Du bist ein Teil von mir. Ich halte nichts zurück.
Ich bin der Experte für mütterliche Liebe.
Bei mir bist du „sicher gebunden“.
Von dieser Basis aus kannst du ins Leben starten.
Ich bin stolz auf dich.
Ich bin stolz darauf, dein Papa und deine Mama sein zu dürfen.“